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Startschuss für Machbarkeitsstudie: Zusätzlicher Fernbahntunnel mit Tiefbahnhof soll Engpass im Knoten Frankfurt langfristig auflösen

Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, und Jens Bergmann, Vorstand DB Netz AG, haben in Frankfurt den Startschuss zur Erarbeitung einer vertieften Machbarkeitsstudie für einen Fernbahntunnel zum Frankfurter Hauptbahnhof gegeben. Unterstützt wird das Vorhaben vom Land Hessen, der Stadt Frankfurt am Main sowie dem Rhein-Main-Verkehrsverbund und dem Regionalverband FrankfurtRheinMain.

Eine Vorstudie untersucht technische Umsetzbarkeit für Fernbahntunnel und Tiefbahnhof                   Foto: Marcel Manhart

 

 

 

 

Der Tunnel ist das zentrale Element eines Zukunftskonzepts für den Eisenbahnknoten Frankfurt, das die Gutachter des Bundes im aktuellen Bundesverkehrswegeplan (BVWP) 2030 entwickelt haben. Die Engpässe im Zulauf auf den Hauptbahnhof Frankfurt, als einem der bedeutendsten Eisenbahnknoten Deutschlands, sollen damit zukunftsfähig aufgelöst und die Bahnsteigkapazität erhöht werden.

 

Das Konzept geht von einer zweigleisigen Tunnelkonstruktion aus, die aus östlicher bzw. westlicher Richtung auf den Frankfurter Hauptbahnhof zuläuft und dort mit vier unterirdischen Gleisen an einen neuen Tiefbahnhof anschließt. Vom diesem aus soll dann der Umstieg zum bestehenden Kopfbahnhof möglich sein. Ähnlich wie in Zürich würde der bestehende Hauptbahnhof somit um einen Tiefbahnhof ergänzt werden. Dies hätte den Vorteil, dass Fernzüge zukünftig direkt den neuen Tiefbahnhof nutzen können. Die bisherigen zeitintensiven Wenden im heutigen Kopfbahnhof könnten so entfallen. Durch die zusätzlichen Gleise entfielen auch die Wartezeiten zwischen Zügen in der derzeitigen Zufahrt über die Main-Neckar-Brücke sowie beim Ein- und Ausfahren auf die oft belegten Bahnsteige. Die Fernverkehrszüge könnten dadurch rund sieben bis acht Minuten schneller durch den Frankfurter Knoten fahren. Nicht zuletzt würde auch der Nahverkehr von den frei werdenden Bahnsteigen und Gleisen im heutigen oberirdischen Bahnhof profitieren.

 

In der vom Bund finanzierten Studie, die jetzt von der DB Netz AG erarbeitet wird, soll in einem ersten Schritt die technische Machbarkeit eines Fernbahntunnels inklusive neuem Tiefbahnhof untersucht werden. Dabei geht es zunächst noch nicht um die eigentliche Planung des Projekts. Es wird vielmehr überprüft, ob eine Realisierung des Tunnels in unterschiedlichen Streckenführungen prinzipiell möglich ist und mit welchen technischen Rahmenbedingungen und Baugrundverhältnissen zu rechnen ist. In diesem Zusammenhang sollen insbesondere Grundsatzfragen vertieft untersucht, die Kostenschätzung überprüft und der Planungsprozess strukturiert werden.

 

Auf Grundlage dieser Ergebnisse können dann seitens des Bundes Freigaben für die weiteren Planungsschritte gegeben werden. Untersucht werden im ersten Schritt auch die Auswirkungen des Vorhabens auf die Führung der Verkehrsströme und den Fahrplan (zum Beispiel den Deutschlandtakt) sowie die verschiedenen Möglichkeiten, wie der neue Fernbahntunnel an das vorhandene Schienennetz angebunden werden kann. Hierfür wurde ein vorläufiger Untersuchungsraum abgesteckt, der von der Niederräder Brücke über den Frankfurter Hauptbahnhof Richtung Osten bis nach Oberrad und Fechenheim führt. Die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie sollen bis zum Ende des 1. Quartals 2021 vorliegen, sodass Bund und Bahn auf der Fulda-Konferenz im Frühjahr 2021 den Ablauf der weiteren Planungen festlegen können.

 

Das im Bundesverkehrswegeplan aufgenommene Lösungskonzept des Bundes für den Schienenknoten Frankfurt mit dem Projekt Fernbahntunnel ergänzt das bisherige – in der Planung und Umsetzung befindliche – Infrastrukturausbauprogramm Frankfurt RheinMainplus der regionalen Akteure und der DB AG.

 

Während der Bearbeitung der Machbarkeitsstudie wird die DB Netz AG als Vorhabenträgerin die bewährten Gremien von Frankfurt RheinMainplus über den Sachstand der Untersuchung unterrichten. Denn es ist ein gemeinsames und zielgerichtetes Vorgehen aller Beteiligten erforderlich, die der Vorhabenträgerin, DB Netz AG, für die Erreichung dieser Zielsetzungen ihre umfassende Unterstützung zugesichert haben. Hierzu wird die DB Netz AG aus den Mitgliedern der bewährten Gremien von Frankfurt RheinMainplus eine begleitende Arbeitsgruppe einrichten. Wie üblich wird auch der Bund durch BMVI und Eisenbahnbundesamt (EBA) eine enge Planungsbegleitung sicherstellen. Alle beteiligten Akteure eint der gemeinsame Wunsch nach einem zügigen und erfolgreichen Verlauf der Machbarkeitsstudie.

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Taskforce für S-Bahn München: Zusätzliche Werkstattkapazitäten stehen im Fokus

Eine Taskforce der Deutschen Bahn nimmt die angespannte Fahrzeugsituation der S-Bahn München in den Fokus. „Derzeit werden 97 Prozent der vertraglich vereinbarten Verkehrsleistung geliefert“, sagt der bayerische Bahnchef Klaus-Dieter Josel, „nun geht es darum, eine Lösung für die restlichen drei Prozent zu finden – und damit die für die Fahrgäste wichtigen Taktverstärker der S3 und S8 wieder auf die Schiene zu schicken.“ Josel koordiniert die Aktivitäten einer Taskforce konzernübergreifend.

Angespannte Fahrzeugsituation bei der S-Bahn München                                                                           Foto: Marcel Manhart

 

 

 

 

Um die Wartung der bestehenden Stammflotte der ET423 voran zu treiben, werden deutschlandweit in den DB-Werken Kapazitäten abgerufen, Das Personal im Münchner S-Bahn-Werk ist bereits aufgestockt worden. Weitere Kräfte aus dem DB-Verbund sollen folgen. „Auch bei der Instandsetzung der älteren ET420, die als Ersatz-Fahrzeuge eine Art Liberofunktion haben, werden wir noch mehr aufs Tempo drücken“, so Heiko Büttner, Vorsitzender der Geschäftsleitung der S-Bahn München. Ein drittes Handlungsfeld seien die Bauarbeiten am S-Bahn-Werk Steinhausen. „Die Erweiterung der Abstellanlage samt Neubau des dafür benötigten Stellwerks sind dringend nötig – führen aber wegen der Baumaßnahmen zu Verzögerungen bei der pünktlichen Bereitstellung der mehr als 250 Schienenfahrzeuge, die hier dirigiert werden müssen.“ Auch wird der bundesweite DB-Fahrzeugpool auf mögliche freie Kapazitäten geprüft.

 

„Die Handlungsfelder sind klar definiert und wir sind auf Kurs, das volle Fahrangebot wieder zu ermöglichen“, so Klaus-Dieter Josel. Auslöser für die aktuelle Situation sind allesamt Maßnahmen, welche langfristig die Kapazität der S-Bahn erweitern sollen. „Gerade wenn wir die Dinge besser machen wollen: Verkehrssysteme in München sind so stark nachgefragt, dass selbst lang geplante Verbesserungen kurzfristig erst einmal Betroffenheiten auslösen. Wir wissen das. Die S-Bahn soll nachhaltig gestärkt werden - für unsere Kunden“, sagt der bayerische Bahnchef.

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ÖBB: CO2-neutrale Mobilität im Fokus der Europäischen Mobilitätswoche 2019

Die ÖBB – als grösstes Klimaschutzunternehmen Österreichs – sind Teil der Europäischen Mobilitätswoche vom 16. bis 22. September 2019. Die gesamteuropäische Initiative zeigt Jahr für Jahr Alternativen und neue Perspektiven der Mobilität auf. Die ÖBB setzt als grösster Mobilitätsdienstleister Österreichs bei der Europäischen Mobilitätswoche 2019 den Fokus auf Personen- wie auch Güterverkehr. Für die ÖBB bedeutet dies vor allem eines: „Innovationen für eine CO2-neutrale Mobilität schon heute vorantreiben und sie schnellstmöglich auf Schiene und Strasse umsetzen. Denn schon heute legen wir den Grundstein für die klimafreundliche Mobilität der Zukunft“, so ÖBB CEO Andreas Matthä.

Mit Rail & Drive schliessen die ÖBB die Lücke zwischen Wohnort und Bahnhof                                     Foto: Marcel Manhart

 

 

 

 

Die ÖBB arbeiten an den Verkehrslösungen von morgen, für unsere Städte oder den ländlichen Bereich. Um die gesteckten Klimaziele bis 2030 zu erreichen, müssen zukünftig noch mehr Menschen mit dem Zug oder dem Bus fahren und noch mehr Güter von der Straße auf die Schiene wandern. Einen Einblick in einen Teil unserer Maßnahmen bieten wir anlässlich der Europäischen Mobilitätswoche 2019.

 

 

Individualität im öffentlichen Verkehr durch das Postbus Shuttle

 

Mit den Postbus Shuttles schaffen wir durch Kleinbusse bedarfsorientierte Mobilität im ländlichen Raum. Die Größe der Fahrzeuge ist variabel und kann an die Bedürfnisse der jeweiligen Gemeinde zugeschnitten werden. Ob 5 oder 20 Fahrgastplätze – alles ist möglich und sie fahren ohne fixen Fahrplan. Er ergänzt damit das bestehende Verkehrsangebot. Bei der Umsetzung setzt Postbus auf enge Kooperation mit Taxiunternehmen aus der Region – so werden auch lokale Arbeitsplätze gesichert und gefördert.

 

 

Die Letzte Meile als Bindeglied der zum öffentlichen Verkehr

 

Mit Rail & Drive und Bike & Ride schliessen die ÖBB die Lücke zwischen Wohnort und Bahnhof – die berühmte letzte Meile um schon heute klimafreundlich zum Arbeitsplatz, in den Urlaub oder zu Freunden zu fahren. Derzeit gibt es insgesamt 27 Standorte in 24 Städten. Der Fuhrpark besteht aus rund 280 Fahrzeugen und wird laufend erweitert, wobei zukünftig auf einen hohen Anteil von E-Fahrzeugen geachtet wird.

 

 

Die Digitalisierung des Güterverkehrs

 

Im Güterverkehr bietet unsere Wageninnovation TransANT durch Gewichtsvorteile und Flexibilität hohe Leistungsfähigkeit. Sowohl der Markt als auch der Wettbewerb verlangen nach Technologien am Puls der Zeit. Deshalb werden bis 2020 alle RCG-Güterwagen mit dem SmartCargo Device ausgestattet, dass über Positionserkennung, Bewegungssensorik und Stoßerkennung verfügt. SmartCargo ist somit Teil der Internationalisierungs- und Digitalisierungsstrategie der ÖBB Rail Cargo Group.

 

 

ÖBB: Österreichs größter Mobilitätsdienstleister

 

Als umfassender Mobilitätsdienstleister bringt der ÖBB Konzern jährlich 474 Millionen Fahrgäste und 113 Millionen Tonnen Güter umweltfreundlich ans Ziel. Besonders klimaschonend sind die Bahnreisenden unterwegs. Denn 100 Prozent des Bahnstroms stammen aus erneuerbaren Energieträgern. Die ÖBB gehörten 2018 mit rund 96 Prozent Pünktlichkeit zu den pünktlichsten Bahnen Europas. Konzernweit sorgen über 41.600 MitarbeiterInnen bei Bahn und Bus sowie zusätzlich rund 2.000 Lehrlinge dafür, dass täglich rund 1,3 Millionen Reisende sicher an ihr Ziel kommen. Strategische Leitgesellschaft des Konzerns ist die ÖBB-Holding AG.


 

                                                        European Mobility Week 2019


Die ÖBB Green Points Taurus 1016 023-4 an einen Güterzug in Feldkirch                                                    Foto: Marcel Manhart


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Andreas Meyer tritt 2020 als CEO der SBB zurück

Andreas Meyer, CEO der SBB AG seit 2007, hat in diesem Frühjahr beschlossen, spätestens auf Ende des nächsten Jahres zurückzutreten. Er hat den Verwaltungsrat frühzeitig über seine Absichten informiert und wird bis zur Übernahme durch die Nachfolge die Verantwortung für das Unternehmen innehaben und einen reibungslosen Übergang sicherstellen. Der Verwaltungsrat hat die Suche für eine Neubesetzung der CEO-Funktion bereits eingeleitet.

An der Medienkonferenz zum Halbjahresergebnis kündigte Andreas Meyer seinen Rücktritt an          Foto: Marcel Manhart

 

 

 

 

«Der Zeitpunkt für die Ankündigung meines Rücktritts wurde mit dem Verwaltungsrat frühzeitig festgelegt und entspricht meiner Intention, vor dem 60. Altersjahr eine neue berufliche Phase einzuleiten», sagte SBB CEO Andreas Meyer anlässlich der Medienkonferenz zum Halbjahresergebnis 2019. «Ich nehme bis zum Rücktritt die volle Verantwortung für das Unternehmen wahr und gehe die aktuellen Herausforderungen mit hoher Priorität an».

 

Der jetzige Zeitpunkt sei richtig für einen Wechsel, weil der Strategieprozess 2020 im nächsten Jahr abgeschlossen werde. Ferner zeichne sich in den nächsten Jahren ein Generationenwechsel in verschiedenen Führungspositionen ab. Er wolle die Wahl eines neuen Führungsteams seiner Nachfolge überlassen. «Ich freue mich auf eine neue Phase in meinem Berufsleben», sagte Meyer, «in der ich meine Erfahrungen vermehrt in strategische Aufgaben und ausgewählte Projekte einbringen möchte, u.a. in Verwaltungsräten, und in der Begleitung von Startups sowie in gemeinnützigen Organisationen».

 

«Wir bedauern, aber verstehen den Schritt von Andreas Meyer», sagte Monika Ribar, Präsidentin des SBB Verwaltungsrates. «Er führt seit 13 Jahren das komplexe Unternehmen SBB und hat es verstanden, daraus ein modernes Service Public-Unternehmen zu gestalten. Im Rahmen der Nachfolgeplanung waren wir mit Andreas Meyer ständig im Gespräch und haben auch diesen Schritt gemeinsam abgestimmt». Der Zeitpunkt der Rücktrittsankündigung war bereits im Mai 2019 zwischen Verwaltungsrat und CEO festgelegt und gleichzeitig die Suche der Nachfolge in die Wege geleitet worden.

 

Der Verwaltungsrat habe auch angesichts des tragischen Unfalls von Anfang August und der damit aufgeworfenen Fragen volles Vertrauen in Andreas Meyer und die Konzernleitung : «Es ist eine anspruchsvolle Situation, die sie zu bewältigen haben. Die getroffenen Massnahmen sind zielführend und werden mit grossem Engagement und Verantwortungsgefühl von unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern angegangen», erklärte Monika Ribar. Mit Blick zurück auf Meyers bisherige Amtszeit sagte sie: «Andreas Meyer hat die integrierte Bahn durchgesetzt, um die uns viele Länder beneiden, und etliche Grossprojekte erfolgreich bewältigt». Zudem sei es ihm gelungen, ein starkes Kader mit gutem Spirit aufzubauen und die Transformation der SBB zu einem modernen Unternehmen im Besitz und Dienst der Schweiz voranzutreiben.

 

Andreas Meyer ist seit Januar 2007 CEO der SBB. Dank grosser finanzieller Unterstützung durch die Öffentlichkeit gehöre die SBB zu den besten Bahnen der Welt, sagte Meyer. Daraus habe er «immer die Verantwortung gespürt, mit unseren 33'000 Mitarbeitenden bessere Leistungen für unsere Kunden mit weniger öffentlichen Geldern zu erzielen und damit einen Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz zu leisten.»

 

In seiner Amtszeit hat die SBB ihr Angebot deutlich steigern können – bei stabilen Preisen in den vergangenen Jahren. Wichtige Meilensteine waren die Neupositionierung von SBB Cargo, welche in die schwarzen Zahlen geführt wurde, und SBB Immobilien, die als eigenständige Division zu einem tragenden Standbein der SBB ausgebaut wurde. Zudem konnte beim Netzzustand Transparenz geschaffen und Verbesserungen erzielt sowie die Sanierung der SBB Pensionskasse in die Wege geleitet werden. In Meyers Amtszeit fällt auch die Digitalisierung der Kundenangebote und der Arbeitsmittel bis in den Führerstand. Zu den schwierigen Momenten gehörte der Streik im Industriewerk Bellinzona 2008, die stark verzögerte Inbetriebnahme des neuen FV-Dosto und zuletzt Fragen zur Sicherheit.


 

Die persönlichen Worte von Andreas Meyer zum angekündigten Rücktritt


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Erstes Halbjahr 2019: SBB hat deutlich mehr Kunden befördert − betrieblich anspruchsvoll

Heute hat die SBB zur Medienkonferenz zum Halbjahresergebnis 2019 geladen und über Details informiert. Die Nachfrage ist gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegen: Im ersten Halbjahr 2019 hat die SBB täglich 1,29 Millionen Passagiere befördert (Vorjahresperiode 1,25 Millionen). Das ist auf das Grundwachstum im Personenverkehr, aber auch auf die hohe Nachfrage nach den vermehrt angebotenen Sparbilletten zurückzuführen. Die Anzahl Generalabonnemente ist im Vergleich zur Vorjahresperiode um 2,4 Prozent, diejenige der Halbtaxabonnemente um 3,8 Prozent gestiegen. Mehr als 3 Millionen Reisende haben ein Halbtax- oder Generalabonnement; das sind rund 40 Prozent der Schweizer Bevölkerung.

Medienkonferenz zum Halbjahresergebnis 2019 am SBB Hauptsitz in Bern Wankdorf                                Foto: Marcel Manhart

 

 

 

 

Über den Sommer 2019 hat die SBB eine ausserordentliche betriebliche Leistung erbracht mit mehr als 1900 Extrazügen für zahlreiche Grossveranstaltungen wie die Fête des Vignerons oder das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest – dies trotz Herausforderungen wie den verspäteten Fernverkehrs-Doppelstockzügen von Bombardier und vielen Bau- und Unterhaltsarbeiten. Dies führte einerseits zu knappen Ressourcen beim Personal und beim Rollmaterial und forderte andererseits von den SBB Mitarbeitenden viele Zusatzarbeiten, insbesondere bei den Kundenbegleitern oder beim Lokpersonal.

 

Überschattet wird das laufende Jahr durch den tragischen Arbeitsunfall eines Kundenbegleiters Anfang August. Die SBB hat erste Sofortmassnahmen umgesetzt und weitere Sonderprüfungen eingeleitet. Hinweisen und Meldungen der Mitarbeitenden geht das Sicherheitsmanagement der SBB auf den Grund. Der Unfall wird durch die SUST untersucht.

 

Die Kundenpünktlichkeit im Personenverkehr blieb mit 90,7 Prozent (Vorjahresperiode 90,7 Prozent) stabil, leicht verschlechtert hat sich die Anschlusspünktlichkeit auf einen Wert von 97,0 Prozent (Vorjahr 97,2 Prozent). In der Westschweiz und im Tessin sowie auch einzelnen Strecken sind die Werte niedriger. Die SBB arbeitet seit Anfang 2019 an einem Programm, um die Pünktlichkeit auch in den kommenden Jahren bei Angebotserweiterungen, weiteren Unterhaltsarbeiten und Ausbauten zu verbessern. Erste Massnahmen sind im Hinblick auf den Fahrplanwechsel geplant. Die Kundenzufriedenheit im Personenverkehr blieb im ersten Halbjahr stabil (+0,1 auf 75,5 Punkte).

 

Das Konzernergebnis für das erste Halbjahr 2019 liegt bei 279 Millionen Franken (Vorjahr 292 Millionen Franken). Das gibt der SBB im zweiten Halbjahr Handlungsspielraum für weitere Preissenkungen und Serviceverbesserungen zugunsten der Kunden im Umfang von 60 Millionen Franken.

 

Der Schuldendeckungsgrad liegt bei 5,81 und fällt damit leicht schlechter aus als im Vorjahr (Wert 5,57); die Höchstgrenze des Bundes beträgt 6,5.

 

Zusätzlich 60 Millionen Franken für Preissenkungen und Serviceverbesserungen
  • Die SBB bedankt sich bei den Kunden für ihre Geduld in diesem betrieblich anspruchsvollen Jahr.
  • Den GA-Kunden dankt sie mit einer Gutschrift auf deren Kundenkonto in der Höhe von 100 Franken für GA 1. Klasse und 50 Franken für GA 2. Klasse.
  • Halbtax-Kunden profitieren von den zusätzlichen Sparbilletten und haben bereits Anfang August Gutschriften im Umfang von 39 Millionen Franken erhalten.
  • Die SBB erhöht die Rabattsumme für Sparbillette um 20 Millionen Franken auf insgesamt 120 Millionen Franken. Sparbillette führen zu Mehrverkehr für den öV und zu einer Verlagerung auf schwach ausgelastete Züge.
  • Zudem investiert die SBB zusätzlich 8 Millionen Franken in die Sauberkeit von Zügen, mehr Präsenz in Zügen und an Bahnhöfen, in Spezialangebote im Speisewagen und für Schulreisen sowie in Rabatte von 50 Prozent auf SBB Zusatzleistungen wie Gepäcktransporte.
  • Mit den Preissenkungen und Serviceverbesserungen 2019 geht die SBB weit über das hinaus, was mit dem Preisüberwacher für 2019 vereinbart worden ist.

 

Ferientage oder Prämie für Mitarbeitende

Alle dem Gesamtarbeitsvertrag (GAV) unterstellten SBB Mitarbeitenden erhalten als Dank und Anerkennung für den Sondereffort wahlweise zwei zusätzliche Ferientage oder einer Prämie von 800 Franken.


Das Halbjahresergebnis im Personenverkehr beträgt 124,3 Millionen Franken (Vorjahr 115,2 Millionen Franken). Hauptgrund ist die positive Entwicklung bei den Erträgen. Die geleisteten Personenkilometer sind insgesamt um 6,2 Prozent angestiegen, im Regionalverkehr um 4,0 Prozent, im Fernverkehr um 7,0 Prozent. Gleichzeitig war wegen den fehlenden Bombardier Doppelstockzügen mehr älteres Rollmaterial im Einsatz, was die Aufwände für den Flottenunterhalt und die Abschreibungen reduzierte. Mittlerweile sind 19 neue Fernverkehrs-Doppelstockzüge im Einsatz.

 

Der internationale Personenverkehr hat sich im ersten Halbjahr positiv entwickelt. Gestiegen ist die Nachfrage nach Nachtzügen, etwa nach Hamburg und Berlin. Das ist Ausdruck des wachsenden Kundenbedürfnisses, weite Distanzen klimafreundlich im Zug zurückzulegen. Mit dem Fahrplan 2020 baut die SBB den internationalen Schienenpersonenverkehr aus, um den Kunden eine Alternative zum Fliegen anzubieten.

 

Beim Verkauf von Billetten ist die Selbstbedienungsquote von 87,4 auf 90,1 Prozent gestiegen. 49,9 Prozent aller Billette wurden via digitale Kanäle verkauft (Vorjahr 38,1 Prozent).

 

Im Bereich Immobilien lag der Mietertrag Dritte bei 266 Millionen Franken (Vorjahr 248 Millionen Franken). Deutlich angestiegen ist der Drittumsatz in den 32 grössten Bahnhöfen von 829 Millionen Franken auf 864 Millionen Franken. Die Kundenzufriedenheit an den Bahnhöfen lag bei 79,9 Punkten (Vorjahr 78,2 Punkte). Das Halbjahresergebnis von Immobilien beträgt 179 Millionen Franken (Vorjahr 147 Millionen Franken). Diese Zunahme ist auch auf Gewinne aus Immobilienverkäufen in der Höhe von 56 Millionen Franken zurückzuführen. In den nächsten Jahren werden sich Gewinne aus Immobilienverkäufen auf tieferem Niveau einpendeln.

 

Die finanzielle Situation im Güterverkehr bleibt anspruchsvoll: Das Ergebnis von SBB Cargo Schweiz beträgt trotz dem Abbau von 9 Millionen Franken staatlichen Abgeltungen 0,25 Millionen Franken (Vorjahr 2,16 Millionen Franken). Cargo International schliesst im Halbjahr mit 1,02 Millionen Franken (Vorjahr 1,64 Millionen Franken) ab. Insgesamt erreichte SBB Cargo aufgrund von Konsolidierungen ein Ergebnis von -0,13 Millionen Franken (Vorjahr 3,40 Millionen Franken). SBB Cargo hat im ersten Halbjahr sowohl im System- als auch im Einzel-Wagenladungsverkehr Mengen verloren. Denn die Nachfrage in den Branchen Stahl, Holz und Chemie ist tiefer ausgefallen als ursprünglich mit den Kunden geplant. Der Trend zu massgeschneiderten Logistikmodellen setzt sich fort, hier kann SBB Cargo bei Projektlösungen wie dem Transport von Bauaushuben wachsen.

 

SBB Infrastruktur verzeichnet ein Halbjahresergebnis von 9,6 Millionen Franken (Vorjahr 63,8 Millionen Franken). Dies ist vor allem auch auf tiefere Betriebsbeiträge des Bundes zurückzuführen. Der Bereich Netz verzeichnet mit -5,2 Millionen Franken ein leicht negatives Ergebnis. Der Bereich Energie trug 14,8 Millionen Franken bei; dieser Betrag fliesst in Reinvestitionen von Energieanlagen.

SBB steht für modernen Service Public

Moderner Service Public heisst, für Kunden und Besteller entlang der strategischen Ziele und mit betriebswirtschaftlicher Führung bessere Leistungen mit weniger Geld zu erbringen. Die SBB muss mit ihrem Gewinn ihre Investitionen refinanzieren und die Verschuldungsziele des Eigentümers erreichen. Dieser Gewinn liegt aktuell bei rund 500 Millionen Franken jährlich. Alle darüber hinausgehenden Produktivitätssteigerungen geben der SBB Handlungsspielraum für Investitionen in ein weiter verbessertes Preis-Leistungsverhältnis, in Service- und Qualitätsverbesserungen sowie in Innovationen zugunsten von Kunden und Bestellern. Im Sinne des bewussten Umgangs mit Steuergeldern sind Produktivitätssteigerungen somit Mittel zum Zweck: Jeder Franken aus dem Gewinn fliesst ins Bahnsystem zurück.

32'300 SBB Mitarbeitende arbeiten täglich mit grossem Engagement daran, die Bahn im Griff zu haben. Jeden Tag befördert die SBB 1,29 Millionen Reisende und 205'000 Tonnen Güter. Ihr attraktives Angebot und ihre zuverlässigen Leistungen für Kunden und Besteller halten die Schweiz zusammen und verbinden die Regionen.

Die Bahn braucht weniger Platz und Energie als andere Verkehrsträger und schont das Klima, vor allem wenn schlecht ausgelastete Züge mehr benutzt werden. Mit der Verlagerung von Personen- und Güterverkehr von der Strasse und aus der Luft auf die Schiene leistet die SBB einen positiven Beitrag an eine ressourcenschonende und klimafreundliche Schweiz. Die Leistung der SBB ist somit ein Beitrag an die Lebensqualität und Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz und ihrer Regionen.

 



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Halbjahresergebnis 2019 – Stadler in der Spur

Stadler hat im ersten Halbjahr 2019 einen Umsatz von 1.1 Milliarden Schweizer Franken erzielt. Der Auftragseingang entwickelt sich weiterhin sehr erfreulich: Er beläuft sich im ersten Halbjahr auf rund 2.3 Milliarden Franken und liegt damit rund 1.5 Milliarden Franken über dem Vorjahresergebnis. Der Auftragsbestand steigt damit auf einen neuen Höchststand von 14.4 Milliarden Schweizer Franken. Der Ebit liegt per 30. Juni 2019 bei rund 46.9 Millionen Schweizer Franken, im Vorjahreszeitraum waren es 35.2 Millionen Schweizer Franken. Bei der Bewertung des Halbjahresergebnisses gilt es zu berücksichtigen, dass in der Regel im ersten Halbjahr rund ein Drittel des Umsatzes anfällt, in der zweiten Jahreshälfte folgen zwei Drittel.

Stadler ist am 12. April 2019  erfolgreich  an der Schweizer Börse gestartet und befindet sich trotz wirtschaftspolitisch schwierigem Umfeld weitgehend auf Kurs                                                                                               Foto: Marcel Manhart

 

 

 

 

Die Halbjahresziele konnten teilweise übertroffen werden. Der Auftragseingang für das erste Halbjahr beläuft sich auf 2.3 Milliarden Schweizer Franken und liegt damit 1.5 Milliarden Franken über dem Vorjahr (Zunahme um 178 Prozent). Insgesamt ergibt sich damit zum 30. Juni 2019 ein Auftragsbestand von 14.4 Milliarden Schweizer Franken. Der konsolidierte Umsatz beträgt 1.1 Milliarden Schweizer Franken und liegt 40 Prozent über dem Vorjahreswert. Der Ebit liegt per 30. Juni 2019 bei 46.9 Millionen Schweizer Franken, im Vorjahr waren es 35.2 Millionen Schweizer Franken.

 

Das wirtschaftspolitische Umfeld ist weiterhin schwierig. Währungsverwerfungen und die damit verbundene Erstarkung des Schweizer Franken bleiben auch im zweiten Halbjahr eine Herausforderung für Stadler. Ins Gewicht fallen insbesondere das Britische Pfund, die Schwedische und Norwegische Krone sowie der Euro.

 

Für den Umsatz – in den beiden Berichtsegmenten Rolling Stock sowie Service und Components – gilt, dass in der Regel im ersten Halbjahr circa ein Drittel anfällt, in der zweiten Jahreshälfte folgen die weiteren beiden Drittel. Grund dafür ist eine sehr konservative Rechnungs- und Umsatzlegung der Aufträge. Erst bei der Ablieferung des jeweiligen Fahrzeugs wird der Umsatz gelegt. Da traditionell gegen Ende Jahr die Fahrplanwechsel anstehen, werden in der zweiten Jahreshälfte mehr Züge in Betrieb genommen als in der ersten. Dies erklärt den deutlich höheren Umsatzanteil im zweiten Halbjahr. Die Verwaltungs-, Vertriebs- und Entwicklungskosten hingegen fallen über das Jahr verteilt grösstenteils gleichmässig an. Dies führt dazu, dass die Profitabilität und der betriebliche Geldfluss der ersten Jahreshälfte in der Regel deutlich tiefer liegen als im zweiten Halbjahr.

 

Der Netto-Geldfluss aus Betriebstätigkeit konnte auf -137.5 Millionen Franken von -156.0 Millionen Franken im Vorjahr gesteigert werden. Der Free Cash Flow liegt bei -294.7 Millionen Schweizer Franken gegenüber -184.8 Millionen Schweizer Franken in der Vorjahresperiode. Die Abnahme des Free Cash Flow ist hauptsächlich zurückzuführen auf eine höhere Zunahme des Net Working Capital um 217.6 Millionen Schweizer Franken (gegenüber einer Zunahme von 198.7 Millionen Schweizer Franken im Vorjahr) sowie substantieller Investitionen in der Höhe von 153.9 Millionen Schweizer Franken (gegenüber 49.9 Millionen Franken in der Vorjahresperiode) für die Bereitstellung der Kapazitäten zur Abwicklung des hohen Bestellungsbestandes.

 

 

Erfreulicher Auftragseingang

 

Mit der wachsenden Bevölkerung und dem Trend zur Urbanisierung nimmt der Bedarf an modernen und umweltschonenden Mobilitätslösungen weltweit weiter zu. Dies führt bei Stadler zu einem sehr erfreulichen, kontinuierlich wachsenden Auftragseingang. Im Berichtsegment Rolling Stock beläuft sich der Auftragseingang im ersten Halbjahr auf 1.7 Milliarden Schweizer Franken. Darin eingerechnet sind nur Aufträge, bei welchen die rechtsgültige Vertragsunterschrift stattgefunden hat und die Finanzierung seitens des Kunden geklärt ist. Aufträge mit laufenden Einsprachefristen oder Finanzierungsverhandlungen verbucht Stadler noch nicht als Auftragseingang. Mit 14.4 Milliarden Franken erreicht damit der Auftragsbestand ein neues Allzeithoch.

 

 

FLIRT Akku: Neuartige Ladetechnologie

 

Besonders zu erwähnen ist in Bezug auf den Auftragseingang der deutsche Markt. In Deutschland sind im ersten Halbjahr Aufträge für mehrere hundert Millionen Schweizer Franken eingegangen. Hervorzuheben ist der Auftrag für die Lieferung von 55 FLIRT Akku für Schleswig-Holstein. Stadler konnte sich damit gegen die internationale Konkurrenz durchsetzen und innert sehr kurzer Zeit eine neue richtungsweisende Ladetechnologie für batteriegestützte Antriebe an den Markt bringen. Die Batterien können während der Fahrt auf kurzen Oberleitungsabschnitten geladen werden. Die Bestellung zeugt von grossem Vertrauen in die Innovationsfähigkeit des Schienenfahrzeugherstellers.

 

Einen strategisch wichtigen Erfolg konnte Stadler auch in Skandinavien erzielen: Mit dem Verkauf von 60 Lokomotiven an die finnische VR Group wurde dort die Präsenz von Stadler weiter gestärkt.

 

In den USA konnte Stadler dieses Frühjahr einen Auftrag für 127 METRO-Züge platzieren. Für Stadler war dies der erste grosse METRO-Auftrag in den USA und in Bezug auf die Anzahl Fahrzeugeinheiten der grösste Auftrag überhaupt. Da sich die finale Vertragsunterschrift aufgrund einer Einsprache, die inzwischen beigelegt werden konnte, verzögert hat, wird dieser Auftragseingang jedoch voraussichtlich erst im zweiten Halbjahr erfasst.

 

Mit den Vergaben in Deutschland, Norwegen und den USA hat Stadler in strategisch relevanten Wachstumsmärkten im Bereich Rolling Stock weitere Erfolge erzielt.

 

Aktuell befinden sich bei Stadler etwa 150 Aufträge in der Abwicklung und ebenso viele in der Garantie. Bei der Produktion der 58 FLIRT für East Anglia zeichnen sich Pönalenrisiken ab. Die Zulassung für die bimodalen (BMU) und elektrischen (EMU) Triebzüge wurde zwar in Rekordzeit erreicht, jedoch verzögert sich aktuell die Abnahme durch den Kunden.

 

 

Servicegeschäft weiter im Aufwind

 

Der Auftragseingang im Berichtsegment Service und Components liegt im ersten Halbjahr 2019 bei 602.6 Millionen Schweizer Franken und liegt damit deutlich über Vorjahresniveau. Im Mai konnte Stadler Service einen Vertrag für die Instandhaltung von über 100 Zügen des Bahnbetreibers Vy in Norwegen abschliessen. Es ist die grösste Einzelflotte, die Stadler je unter Vertrag genommen hat. Im Bereich Modernisierung und Refit konnte Stadler Service in Deutschland zwei grosse Aufträge von Bogestra und Netinera gewinnen. Volumenmässig eher kleinere, aber sehr wichtige Aufträge vor dem Hintergrund der Digitalisierung, sind die Aufträge zum Einbau des Stadler Diagnosesystems (RDS-System).

 

Seit Juni führt Stadler Service erfolgreich den integrierten Fullservice für GoAhead im Passagierbetrieb in Deutschland aus. Und in Grossbritannien übernimmt Stadler nach der Lieferung der 52 neuen METRO-Züge für Merseytravel in Liverpool auch für 35 Jahre die Verantwortung für die Instandhaltung der Züge im hochmodernen neuen Depot in Liverpool-Kirkdale.

 

 

Signalling gewinnt an Bedeutung

 

Seit 2016 ist bei Stadler der kontinuierliche Aufbau des firmeneigenen Signalling-Bereichs im Gang. Am Signalling-Standort Wallisellen arbeiten mehrere Teams von hochqualifizierten Ingenieuren an der Umsetzung der Signalling-Strategie für die Produkte Vollbahnen, Nebenbahnen und Metro. Erste Erfolge haben sich bereits letztes Jahr eingestellt: Das von Stadler mit Mermec im Joint Venture AngelStar entwickelte ETCS-Zugbeeinflussungssystem GUARDIA kommt bei den neuen FLIRT-Zügen der BLS zum Einsatz. Aktuell laufen entsprechende Projekte auch in Polen, Ungarn, Slowenien, Italien und Deutschland. Darüber hinaus zeichnen sich weitere Projekte ab und die Zulassung für Stadler GUARDIA wird derzeit in neun Ländern erwirkt. Anfang 2020 wird Stadler Signalling in eine eigene rechtliche Einheit überführt.

 

 

Kapazitätsausbau in allen Regionen

 

Im Heimmarkt Schweiz baut Stadler in St. Margrethen ein neues Produktionswerk. Die Arbeiten laufen nach Plan, sodass bereits gegen Ende 2019 die ersten Hallen bezogen werden können. Mit dem neuen Produktionsstandort werden die Produktionsbedingungen im Kompetenzzentrum für Doppelstocktriebzüge – heute noch in Altenrhein – optimiert und die Wettbewerbsfähigkeit von Stadler gesteigert. Die Investition von über 85 Millionen Schweizer Franken ist ein klares Bekenntnis zum Werkplatz Schweiz und zum Standort im Dreiländereck.

 

In den USA konnte Stadler im Frühjahr das neue Werk in Salt Lake City beziehen, im Mai dieses Jahres wurde offiziell seine Eröffnung gefeiert. Das Investitionsvolumen belief sich auf rund 60 Millionen Schweizer Franken (brutto). Das Werk ist für 350 Arbeitsplätze ausgelegt.

 

In Deutschland wird der Standort in Berlin Pankow mit einer neuen Produktionshalle, die optimal auf die Bedürfnisse des Kompetenzzentrums für Strassen- und Stadtbahnen sowie von Metro-Fahrzeugen ausgerichtet ist, erweitert. Das neue Betriebskonzept umfasst über den Bau der Produktionshalle hinaus in einer späteren Phase ebenfalls optimierte Flächen für Logistik und Inbetriebsetzung.

 

Stadler Service hat überdies in Herne ein Depot zur Instandhaltung der S-Bahn Rhein-Ruhr gebaut und in Betrieb genommen. Die Investition belief sich auf über 30 Millionen Schweizer Franken. In Polen hat Stadler Service in Lodz ein neues Depot für 7 Millionen Schweizer Franken gebaut und wird im September 2019 mit den Instandhaltungsarbeiten am neuen Standort fortfahren.

 

 

Erfolgreicher Börsengang

 

Seit dem 12. April 2019 ist die Stadler Rail AG an der Schweizer Börse SIX Swiss Exchange notiert. Der stark beachtete Börsengang kann als grosser Erfolg verbucht werden. Der Kurs hat sich seit dem ersten Handelstag erfreulich entwickelt. Gegenüber dem Ausgabepreis von 38 Franken erhöhte er sich um über 15 Prozent per 28. Juni 2019. Die Aktie ist sehr breit gestreut: Per 30. Juni 2019 zählte Stadler über 27‘000 Aktionärinnen und Aktionäre, darunter ein grosser Anteil Kleinaktionärinnen und -aktionäre. Rund 20 Prozent der Aktionäre besitzen nicht mehr als 50 Aktien.

 

Nach Ausübung der Mehrzuteilungsoption sind im Zuge des Börsengangs von Stadler insgesamt 40‘250‘000 bestehende Aktien und damit 40.25 Prozent des Aktienkapitals platziert worden. Das Platzierungsvolumen entsprach 1.5 Milliarden Franken. Peter Spuhler hält direkt und indirekt über die PCS Holding AG 39.7 Prozent des Aktienkapitals von Stadler. Weitere zehn Prozent hält die deutsche RAG-Stiftung. Die Kosten für den IPO-Prozess gehen voll zulasten des verkaufenden Aktionärs.

 

 

Änderungen im Management

 

Der Verwaltungsrat und die Konzernleitung haben im ersten Halbjahr 2019 einige Änderungen erfahren, die grösstenteils Konsequenz eines von langer Hand geplanten Generationenwechsels waren. So hat Jure Mikolčić am 1. Februar 2019 die Leitung der Division Deutschland übernommen. Markus Bernsteiner hat am 1. Juni 2019 von Markus Sauerbruch die Leitung des Werkes in Altenrhein übernommen. Vertriebschef Peter Jenelten hat ebenfalls im Mai sein Amt an Ansgar Brockmeyer übergeben und hat nach 19 Jahren in die PCS Holding in Frauenfeld gewechselt. An der Generalversammlung im März 2019 wurde Barbara Egger-Jenzer, ehemalige Berner Regierungsrätin, als erste Frau in den Verwaltungsrat von Stadler gewählt. Mitte Juli musste Stadler leider vom Tod des überaus geschätzten, langjährigen Verwaltungsratsmitgliedes Dr. Werner Müller (seit 2003), ehemaliger deutscher Bundeswirtschaftsminister, Kenntnis nehmen.

 

 

Ausblick

 

Stadler ist in einem wachsenden, jedoch wirtschaftspolitisch schwierigen Marktumfeld gut positioniert. Das erste Halbjahr verlief erwartungsgemäss. Aktuell sieht sich Stadler jedoch mit Herausforderungen aufgrund der nachteiligen Wechselkursentwicklung, der Abschwächung des Wirtschaftswachstums, der geopolitischen Turbulenzen sowie der verspäteten Abnahme von Fahrzeugen im Auftrag East Anglia konfrontiert. Vor dem Hintergrund der Entwicklungen im ersten Halbjahr geht Stadler für das gesamte Geschäftsjahr bei gleichbleibenden Wechselkursen von einem Umsatz in der Höhe von 3.5 Milliarden Schweizer Franken und einer Ebit-Marge in der Höhe von 7 Prozent aus.

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Giruno RABe 501 007 «Uri» – Erste Zugstaufe auf Kantonsnamen

Mit dem SBB RABe 501 007-5 ist heute der erste der neuen internationalen Hochgeschwindigkeitszüge Giruno auf einen Kantonsnamen getauft worden. Vertreterinnen und Vertretern des Kantons Uri, der Gemeinde Erstfeld und der SBB enthüllten im Bahnhof Erstfeld den Namen «Uri» und das Kantonswappen am neuen Zug für den Nord-Süd-Verkehr. Die Bevölkerung war anschliessend zu einer Fahrt nach Bellinzona und zurück eingeladen. Ab Dezember 2019 führt die SBB die neuen Flotte schrittweise auf der Nord-Süd-Achse ein.

Feierliche Zugtaufe vom SBB Giruno RABe 501 007 «Uri» am Bahnhof Erstfeld                                          Foto: Marcel Manhart

 

 

 

 

Die SBB sowie Vertreterinnen und Vertreter des Kantons Uri und der Gemeinde Erstfeld tauften heute im Bahnhof Erstfeld den ersten Zug ihrer Giruno-Flotte auf einen Kantonsnamen – «Uri». Der SBB Leiter Personenverkehr, Toni Häne, der Urner Regierungsrat Dimitri Moretti und die Erstfelder Gemeindepräsidentin Pia Tresch feierten das Ereignis mit der Bevölkerung. Diese war im Anschluss an die Taufe eingeladen, mit dem neuen Hochgeschwindigkeitszug durch den Gotthard-Basistunnel nach Bellinzona und zurück über die Bergstrecke zu reisen.

 

 

Wappen der historischen Gotthardlokomotive Ae 6/6 schmücken Giruno

 

Am 23. September 1953 war in Altdorf der Prototyp Ae 6/6 mit der Loknummer 11402 auf den Namen «Uri» getauft worden. Die historische Lok ist heute im Besitz der Stiftung Historisches Erbe der SBB und konnte anlässlich der heutigen Taufe in Erstfeld besichtigt werden. Diese war zu ihrer besten Zeit, in den 1950er bis Ende 1970er Jahren, die Gotthardlokomotive schlechthin. Rund 70 Jahre nachdem die Ae-6/6-Lok die Gotthardbahn bereits einmal modernisiert hat, bringt nun der Giruno als Zug für den neuen Gotthard- und den neuen Ceneri-Basistunnel einen weiteren Modernisierungsschub.

 

 

Neuer Zug mit grossem Potenzial

 

Die neue Giruno-Flotte des Schweizer Herstellers Stadler besteht aus 29 Fahrzeugen. Seit August 2019 fahren erste Züge mit Fahrgästen auf der Gotthardachse, der fahrplanmässige Einsatz folgt ab dem 15. Dezember 2019 von Basel/Zürich bis Lugano/Chiasso und ab Frühjahr 2020 weiter bis Mailand. Ab Eröffnung des Kantonsbahnhofs in Altdorf ab Ende 2021 halten die 2-stündlichen IC21 Basel – Lugano – Basel in Altdorf. Bis dahin ermöglicht die SBB vereinzelte Halte in Flüelen.

 

Der Giruno bietet den Passagieren in Doppeltraktion insgesamt 810 Sitzplätze. Ausserdem verfügt er über Steckdosen an allen Sitzplätzen, geschlechtergetrennte Toiletten, Multifunktions- und Veloabteile, grosse Gepäckablagen und ein modernes Beleuchtungskonzept mit energiesparenden LED-Lampen. Giruno ist eine aus dem Rätoromanischen abgeleitete Bezeichnung für Mäusebussard.

 

 

Neuer internationaler Gotthardzug Giruno spart CO2

 

Der Kanton Uri ist grösster Stromproduzent für die SBB. Rund 40 Prozent des Bahnstrombedarfs der SBB wird hier produziert. Die SBB fährt mit Wasserkraft und vermeidet so grosse Mengen CO2. Infolge der aktuellen Debatte um den Klimawandel stieg im ersten Halbjahr 2019 die Nachfrage im internationalen Schienenverkehr stark an. Die SBB will die Chancen im internationalen Verkehr auch mit dem neuen Zug Giruno nutzen.

 

 

Die weiteren Giruno-Züge

 

Die SBB bietet jedem Kanton an, einen der neuen Züge nach sich zu benennen. Dabei werden die historischen Kantonswappen der Lokomotiven Ae 6/6 wiederverwendet. Sowohl die Ae 6/6 als auch der Giruno sind Beispiele für die Schweizer Zug- und Lokomotiv-Baukunst. Lokomotiven mit Kantons- und Gemeindewappen zu schmücken, ist auf einen Brauch aus England zurückzuführen. Damals taufte jeder Kanton in einer feierlichen Zeremonie «seine» Ae 6/6. Drei der 29 Giruno-Züge werden auf die Namen «San Gottardo», «Sempione» und «Monte Ceneri» getauft, die restlichen 26 Züge werden nach den Schweizer Kantonen benannt. Am 8. August wurde der erste Giruno auf den Namen «San Gottardo» getauft. In den nächsten Monaten sind weitere Giruno-Zugstaufen geplant. Am 26. September wird der Giruno «Thurgau» und am 23. November der Giruno «Zürich» getauft. Im Dezember findet die Taufe des Giruno «Monte Ceneri» im Tessin statt.



 

Einfahrt des IR 26 2313 aus Luzern - Arth-Goldau in den Bahnhof Erstfeld

und Auftakt zu den Feierlichkeiten zur  Taufe des Giruno RABe 501 007-5


 

Taufe des RABe 501 007-5 auf den Kanton «Uri»


 

Im Anschluss  an  die  Zugstaufe  war die Bevölkerung  eingeladen,  mit dem  Giruno durch den

Gotthard-Basistunnel nach Bellinzona und über die Bergstrecke zurück nach Erstfeld zu reisen.


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Starke Schweizer Partnerin beteiligt sich an SBB Cargo AG

Die Swiss Combi AG – bestehend aus den Logistikdienstleistern Planzer, Camion Transport, Galliker sowie Bertschi – übernimmt 35 Prozent der SBB Cargo AG und wird Partnerin des führenden Gütertransportunternehmens der Schweiz. Die geplante Partnerschaft stärkt die Verlagerung von der Strasse auf die Schiene und erhöht die Auslastung im System-Wagenladungsverkehr und im Kombinierten Verkehr nachhaltig. Damit soll die Wettbewerbsfähigkeit der Bahn in der Logistikkette der Kunden weiter steigen und die Verkehrsträger werden nach ihren Stärken eingesetzt. Die Übernahme bedarf der Zustimmung durch die Wettbewerbsbehörden.

Swiss Combi AG ist neue Partnerin von SBB Cargo AG                                                                                 Foto: Marcel Manhart

 

 

 

 

Die SBB hat mit der Swiss Combi AG eine Partnerin für die SBB Cargo AG gefunden, die vom Geschäftsmodell der Güterbahn überzeugt ist und sich für die gemeinsame Entwicklung des Güterverkehrs in der Schweiz einsetzen wird.

 

Die Swiss Combi AG besteht aus den Logistikdienstleistern Planzer Holding AG (40%), Camion Transport AG (40%), Bertschi AG (10%) und Galliker Holding AG (10%). Die Swiss Combi AG wird 35 Prozent der Aktien von «Schweizerische Bundesbahnen SBB Cargo AG», nachfolgend SBB Cargo AG genannt, übernehmen. Mehrheitsaktionärin bleibt die SBB AG mit einem Anteil von 65 Prozent. Durch die Minderheitsbeteiligungen wird die SBB Cargo AG nachhaltig gestärkt. Die Güterbahn wird weiterhin Dienstleistungen in der Logistikkette aller bisheriger Kunden erbringen; sie will neue Kunden gewinnen und die Auslastung erhöhen. Zuverlässigkeit und Effizienz sollen weiter verbessert werden.

 

Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Voraussetzung für den Einstieg ist die Genehmigung der Beteiligung durch die Wettbewerbsbehörden. Der Entscheid wird im ersten Quartal 2020 erwartet. Auf diesen Zeitpunkt hin wird SBB Cargo International AG aus der SBB Cargo AG herausgelöst und direkt der SBB AG unterstellt. Das internationale Geschäft war nicht Teil des Angebotes.

 

 

Verlagerung auf die Schiene wird gestärkt

 

Die an der Swiss Combi AG beteiligten Unternehmen wollen künftig mehr Mengen auf der Schiene transportieren statt auf der Strasse. Die Transporte für die Kunden werden dadurch klimafreundlicher und die Auslastung im System-Wagenladungsverkehr und im Kombinierten Verkehr erhöht. Damit steigt die Wettbewerbsfähigkeit der Bahn in der Logistikkette der Kunden und die Verkehrsträger werden nach ihren Stärken eingesetzt: Die Bahn für lange Distanzen zwischen Wirtschaftsräumen, die Strasse für die Feinverteilung zum Endkunden. Das Wissen der Partnerin im Transport- und Lagerlogistikbereich trägt dazu bei, weitere Potenziale z.B. im Bereich der Ver- und Entsorgung in dicht besiedelten Gebieten oder neuen Tor-zu-Tor-Logistiklösungen für die Kunden zu realisieren.

 

 

Kein zusätzlicher Stellenabbau

 

Die Partnerschaft hat keinen zusätzlichen Stellenabbau zur Folge. Wie am 1. März 2018 informiert, ist die SBB Cargo AG daran, das Unternehmen schlank aufzustellen: Dank vereinfachter Abläufe wird die Güterbahn künftig mit weniger Mitarbeitenden im Zentralbereich auskommen. Bei den Rangiermitarbeitenden werden die in den nächsten Jahren anstehende Pensionierungen durch Automation kompensiert, gleichzeitig werden die Berufsbilder weiterentwickelt. Der per Mai 2019 in Kraft getretene Gesamtarbeitsvertrag für die Mitarbeitenden der SBB Cargo AG läuft unverändert weiter.

 

 

Nils Planzer und Josef Jäger vertreten Swiss Combi AG im Verwaltungsrat, Eric Grob wird externer Verwaltungsrat

 

Seit Anfang 2019 wird die Güterbahn als eigenständige SBB Konzerngesellschaft über den Verwaltungsrat des Teilkonzerns Cargo Schweiz geführt; dies ist Voraussetzung für den Eintritt der Partnerin. Nach erfolgreicher Prüfung durch die Wettbewerbskommission wird der Verwaltungsrat der SBB Cargo AG aus maximal sieben Mitgliedern bestehen. Davon stellt die SBB AG zwei Vertreter und hat die Möglichkeit, bis zu vier Mitglieder zu bestimmen. Bis zur Generalversammlung im zweiten Quartal 2020 sind es SBB CEO Andreas Meyer als Verwaltungsratspräsident sowie CFO Christoph Hammer. Die Swiss Combi AG wird ebenfalls zwei Verwaltungsräte stellen, nämlich Nils Planzer sowie Josef Jäger. Dazu kommt per viertes Quartal 2019 Eric Grob als unabhängiger Verwaltungsrat: Eric Grob besitzt Beratungserfahrung aus der Transport- und Logistikindustrie. Zwischen 2008 und 2016 hat er als Partner beim Beratungsunternehmen McKinsey SBB Cargo im Rahmen von mehreren Projekten beraten. Weiter hat er diverse Mandate für andere Bahn- und Logistikunternehmen im europäischen Ausland geleitet.

 

 

Zitate:

 

• Andreas Meyer, CEO SBB AG: «Nachdem Cargo die schwarzen Zahlen erreicht hatte, entstand vor fünf Jahren die Idee einer Partnerschaft nach dem Vorbild von SBB Cargo International. Mit dieser Kooperation sind nun wichtige Weichen für die nächste Etappe der Weiterentwicklung des Geschäfts von SBB Cargo Schweiz gestellt.»

 

• Nils Planzer, VRP Swiss Combi AG: «Wir sind sehr stolz, gemeinsam mit der SBB und unseren Partnern die Erfolgsgeschichte der Schweizer Güterbahn weiterzuführen und gemeinsam am Ziel der Wirtschaftlichkeit zu arbeiten. Dabei liegt uns auch die Förderung des Modal Splits (Anteil Transporte Strasse/Schiene) zugunsten der Schiene sehr am Herzen».

 

• Nicolas Perrin, CEO SBB Cargo AG: «Die geballte Logistikkompetenz der Partner wird den Schienengüterverkehr stärken und einen Beitrag zur Verlagerung von Gütern von der Strasse auf die Schiene leisten. Damit bleiben wir langfristig das stabile Rückgrat der Schweizer Wirtschaft mit innovativen, umweltfreundlichen und bezahlbaren Lösungen für unsere Kunden.»

 

 

SBB Cargo AG: Partnerstrategie

 

Der Eintritt der neuen Partnerin ist Abschluss eines von langer Hand geplanten Prozesses: Bereits 1999 war SBB Cargo in eine privatrechtliche Aktiengesellschaft umgewandelt worden mit dem Ziel, Joint Ventures mit Dritten eingehen zu können. Nach dem Scheitern der Partnerschaft mit Trenitalia entschied sich SBB Cargo 2003 für den Markteintritt in Deutschland und Italien im Alleingang. Sowohl die Expansionen auf der Nord-Süd-Achse als auch im Binnenverkehr führten aber zu Verlusten. In der Folge wurde der Binnenverkehr konsequent saniert. Das Transitgeschäft lagerte SBB Cargo im Jahr 2010 aus und gründete zusammen mit der Hupac (25%) im Jahr 2011 die SBB Cargo International AG. Damit wurde eine starke Schweizer Kooperation geschaffen, die sich auch über schwierige Phasen (Wirtschaftseinbruch, Frankenstärke) bewährte.

 

Die SBB Cargo AG schrieb 2013 erstmals seit 40 Jahren wieder schwarze Zahlen. Das Unternehmen weist heute einen klaren Track Record der Fokussierung und Stabilisierung aus und konnte 2018 mit positivem Ergebnis abschliessen. Staatliche Abgeltungen wurden von über 25 Mio. CHF im Jahr 2011 auf null per Anfang 2019 abgebaut. Trotzdem konnte SBB Cargo im ersten Halbjahr 2019 im Schweizer und im internationalen Geschäft ein ausgeglichenes Ergebnis erreichen. Die finanzielle Situation bleibt anspruchsvoll. Der Trend zu massgeschneiderten Logistikmodellen setzt sich fort, hier kann SBB Cargo insbesondere bei Projektlösungen wie dem Transport von Bauaushuben wachsen (Ganzzug: + 2% Umsatzwachstum vgl. Vorjahr). Gleichzeitig hat SBB Cargo im ersten Halbjahr sowohl im System- als auch im Einzel-Wagenladungsverkehr Mengen verloren (Umsatz -7% bzw. -5% vgl. Vorjahr). Denn die Nachfrage in den Branchen Stahl, Holz und Chemie ist tiefer ausgefallen, als ursprünglich mit den Kunden geplant.

 

Im Rahmen der Totalrevision des Gütertransportgesetzes (GüTG) 2015 regte die SBB an, SBB Cargo eigenständiger zu positionieren. Bundesrat und Parlament stimmten 2017 der Öffnung des Aktionariats für eine Minderheitsbeteiligung zu, die nun mit Eintritt der Partnerin umgesetzt wird. Ziel ist, die Wettbewerbsfähigkeit im Markt weiter zu erhöhen und sich auf das weitere Wachstum zu konzentrieren: Laut Bundesamt für Raumentwicklung ARE wird der Güterverkehr auf der Schiene gemessen an Tonnenkilometer in der Schweiz von 2010 bis 2040 um 44,7% wachsen. Das entspricht einer jährlichen Zunahme von 1,2%.

 

 

SBB Cargo AG: Die Nr. 1 im Schweizer Schienengüterverkehr

 

Die SBB ist mit mehr als einem Viertel Anteil an der gesamten Güterverkehrsleistung das führende Unternehmen im Schweizer Güterverkehr. Davon entfallen knapp 16 Prozent auf SBB Cargo AG, welche als Rückgrat der Schweizer Wirtschaft die grossen Wirtschaftsräume verbindet. Jährlich transportiert SBB Cargo AG rund 29,8 Mio. Nettotonnen Güter im

Wagenladungs-, Ganzzugs- und im kombinierten Verkehr innerhalb der Schweiz – dies entspricht knapp 10'000 Lastwagenfahrten pro Tag. SBB Cargo International AG ist der führende Anbieter im alpenquerenden Schienengüterverkehr durch die Schweiz mit einem Marktanteil von 38,1 Prozent.

 

Der Umsatz der SBB Cargo AG betrug 2018 742 Mio. CHF. Die Flotte umfasst 5'324 Güterwagen, 313 Strecken- und 76 Rangierlokomotiven. Die SBB Cargo AG wurde 1999 als privatrechtliche AG als Tochtergesellschaft der SBB gegründet und beschäftigte im Schweizer Geschäft per Ende 2018 2'275 Mitarbeitende. Der Hauptsitz befindet sich in Olten.

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Digitalisierung hilft der SBB die Pensionierungswelle abzufedern

Bis 2035 werden rund 40 Prozent der heutigen SBB Mitarbeitenden pensioniert. Das sind deutlich mehr als die allenfalls rückläufige Zahl von Mitarbeitenden, die für den Betrieb der Eisenbahn nötig sind. In Bereichen wie IT aber auch bei Lokführern ist gar ein Fachkräftemangel zu erwarten. Dies zeigt eine Studie zur SBB Arbeitswelt der Zukunft, die im Rahmen des Digitalisierungsfonds vom Beratungsunternehmen PwC Schweiz unter Mitwirkung von ETH-Professorin Gudela Grote durchgeführt worden ist. Lebenslanges Lernen und gezielte Bewahrung und Weiterentwicklung des bahnspezifischen Wissens wird zum zentralen Erfolgsfaktor. Die SBB will dies zusammen mit ihren Sozialpartnern proaktiv angehen.

In den nächsten Jahren gehen auch sehr viele Lokführer in den wohlverdienten Ruhestand             Foto: Marcel Manhart

 

 

 

 

Mitarbeitende und deren Sicherheit und Wissen sind für das Unternehmen das höchste Gut: Darin sind sich die SBB und ihre Sozialpartner einig – auch nach dem tragischen Unfall eines Chefs Kundenbegleitung von Anfang August 2019. Es ist unabdingbar, spezifisches Bahn-Know-how, Spezialistenwissen sowie Projektmanagement im Unterhalt und Bahnbetrieb zu erhalten und weiterzuentwickeln. Und es ist eine Personalentwicklung nötig, welche Mitarbeitende auf dem Weg in die Zukunft unterstützt.

 

Grundlagen dazu erarbeitet hat die erste Studie, die im Rahmen des Ende März 2019 von SBB, SEV, transfair, KVöV und VSLF gegründeten ersten Digitalisierungsfonds der Schweiz erstellt worden ist. Die Ergebnisse liegen nun vor und verdeutlichen, dass die demografische Entwicklung die SBB besonders stark trifft: Bis ins Jahr 2035 werden über 40 Prozent der heutigen Belegschaft pensioniert; das sind mehr als 10'000 Mitarbeitende.

 

Zugleich geht die Studie von PwC Schweiz unter Mitwirkung von ETH-Professorin Gudela Grote davon aus, dass die Zahl der Mitarbeitenden der SBB bis ins Jahr 2035 je nach Annahme entweder auf gleichem Niveau wie heute liegen wird oder sich bis zu rund 15 Prozent reduzieren könnte. Die Bandbreite ergibt sich aufgrund unterschiedlicher Zukunftsszenarien.

 

Auch einen rückläufigen Stellenbedarf dürfte die Pensionierungswelle aber übertreffen. Das heisst, selbst wenn die SBB künftig weniger Mitarbeitende benötigt, kann dieser Rückgang über Pensionierungen und natürliche Fluktuation abgefedert werden.

 

Weiter zeigt die Studie, dass sich viele Berufsbilder bis 2035 aufgrund der Digitalisierung verändern werden. Ressourcenintensive Routineaufgaben können automatisiert werden. Assistenzsysteme und Automatisierungen werden viele Arbeiten erleichtern. Die Anforderungen in vielen Berufen werden jedoch steigen und auch die damit verbundenen Anforderungen an die Führungskräfte. Kompetenzen wie Kooperations- und Konfliktfähigkeit gewinnen an Bedeutung; neue Stellenprofile werden entstehen.

 

Bei Berufsgruppen mit wachsenden Informatik- und Data-Science-Fähigkeiten, aber auch in bahnnahen Berufsbildern (z.B. Lokführerinnen und -führer, Kundenbegleiterinnen und -begleiter) wird ein Arbeitskräfte- respektive Fachkräftemangel erwartet. Hier werden umfassende Rekrutierungsanstrengungen notwendig sein. Bei vereinzelten Berufsgruppen könnte es zu einem Arbeitskräfteüberhang kommen, nämlich dort, wo Automatisierungen möglich sind wie beispielsweise bei Monteuren oder in der Beschaffung. Es wird es darum gehen, heutige Stellen weiterzuentwickeln.

 

 

Was tun: Lebenslanges Lernen und Fokus auf Bahnwissen

 

Die SBB und ihre Sozialpartner werden sich vertieft mit den Studienergebnissen auseinandersetzen und Massnahmen initiieren, um den Arbeitskräfte- respektive Fachkräftemangel sowie den Arbeitskräfteüberhang möglichst frühzeitig abzufedern.

 



Das bedeutet für SBB und ihre Sozialpartner:
 

 

 
Entwicklung und Weiterbildung der geforderten Kompetenzen (Lebenslanges Lernen);
Umschulungen und neue Arbeitsformen;
Verstärkte Präsenz auf dem Arbeitsmarkt und Technologieeinsatz;
Sichern von bahnspezifischem Wissen (Bahn-Know-how) bei Pensionierungen;
Entwickeln von Instrumenten, die gegenseitige, zukünftige Bedürfnisse arbeitsvertraglich abdecken.
 

 

 

Nebst dem Digitalisierungsfonds stellt die SBB ein umfangreiches, professionelles und zukunftsgerichtetes Bildungsangebot sicher. Mit Programmen wie «fit4future» will das Unternehmen Veränderungen und Potenziale frühzeitig erkennen, das Bahn-Know-how im Unternehmen nachhaltig sichern und die Mitarbeitenden bei ihrer persönlichen Weiterentwicklung begleiten.

 

 

Sozialpartner der SBB

 

SEV – Gewerkschaft des Verkehrspersonals

VSLF – Verband Schweizer Lokomotivführer und Anwärter

transfair – Personalverband des Service public

KVöV – Kaderverband des öffentlichen Verkehrs

 

 

Die Studien «SBB Arbeitswelt der Zukunft»

 

Der von SBB und Sozialpartnern getragene Digitalisierungsfonds gab die Studie «SBB Arbeitswelt der Zukunft» beim Prüfungs- und Beratungsunternehmen PwC Schweiz in Auftrag. Unter Mitwirkung von ETH-Professorin Gudela Grote untersucht die Studie fundiert, wie sich als Folge der Digitalisierung die Berufsfelder der SBB verändern, wo Arbeitsplätze entstehen oder potenziell wegfallen und welche Kompetenzen in Zukunft gefragt sein werden. Das Projektteam analysierte dabei die wichtigsten Trends, die einen Einfluss auf die zukünftige Arbeitswelt der SBB haben.

 

Dabei zeigte sich, dass nebst der Digitalisierung die Mobilität der Zukunft und der demografische Wandel den grössten Einfluss auf die Veränderungen der SBB Arbeitswelt haben werden. Zwei Szenarien wurden angenommen. Das eine geht davon aus, dass die rasante technologische Entwicklung zu einer starken Digitalisierung der Arbeitswelt führen wird. Das andere nimmt an, dass Regulationen einen bremsenden Einfluss haben werden. Die Studie dokumentiert die Veränderungen bei den Kompetenzen der einzelnen Berufsgruppen und deren Auswirkungen auf die Bestände. Daraus wurden Empfehlungen abgeleitet, wie die SBB darauf reagieren kann.

 

 

Der schweizweit erste Digitalisierungsfonds

 

Ende März 2019 haben die SBB und die Sozialpartner SEV, transfair, KVöV und VSLF gemeinsam den ersten Digitalisierungsfonds der Schweiz gegründet. Die SBB speiste den Fonds mit 10 Millionen Franken. Damit demonstrierte sie ihren Willen, den von der Digitalisierung ausgehenden Wandel für die SBB und ihre Mitarbeitenden mit den Sozialpartnern zusammen anzugehen.

 

Aus dem Digitalisierungsfonds heraus werden einerseits Studien und Projekte lanciert, welche die Chancen und Herausforderungen für die Arbeitswelt und Arbeitsplätze der SBB analysieren. Anderseits wollen die SBB und die Sozialpartner aus den Erkenntnissen Massnahmen ableiten und zukünftige Rahmenbedingungen gestalten. Der Fonds soll auch genutzt werden, um Weiterentwicklungsprogramme für Berufsgruppen, die sich durch die Digitalisierung stark verändern, auszuarbeiten.

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Teilbezug des Stadler-Werks in St. Margrethen steht kurz bevor

Stadler hat heute zusammen mit dem St. Galler Stände- und Regierungsrat Benedikt Würth und Reto Friedauer, Gemeindepräsident von St. Margrethen, sowie weiteren Gästen aus Politik und Wirtschaft die Aufrichte des neuen Stadler-Werks in St. Margrethen gefeiert. Mit der Aufrichte läutet Stadler die letzte Bauphase des neuen Kompetenzzentrums für Doppelstocktriebzüge ein. Das neue Werk wird optimal auf die Bedürfnisse des Schweizer Schienenfahrzeugherstellers ausgerichtet sein und dadurch die Wettbewerbsfähigkeit von Stadler weiter stärken. Die Investition in den Standort im Dreiländereck ist auch eine Investition in den Werkplatz Schweiz und beläuft sich auf über 80 Millionen Schweizer Franken.

Drohnenbild vom Stadler-Werk in St. Margrethen                                                                                © Andreas Butz / Stadler

 

 

 

 

Die aktuellen Währungsverwerfungen und das damit verbundene wiederholte Erstarken des Schweizer Frankens, das Lohnkostenniveau in der Schweiz bei gleichzeitig hohem Exportanteil, die Abschwächung des Wirtschaftswachstums sowie geopolitische Turbulenzen stellen für Stadler weiterhin eine Herausforderung dar und setzen das Unternehmen unter hohen Margendruck. Um am Standort in der Schweiz festhalten zu können, ist eine Effizienzsteigerung notwendig. Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen entschied Stadler bereits im Jahr 2017, den Standort in Altenrhein weitestgehend aufzugeben und in St. Margrethen einen optimal auf die Bedürfnisse von Stadler und insbesondere des Baus von Doppelstocktriebzügen ausgerichteten Neubau zu planen. Dadurch wird eine klare Optimierung der Produktionsbedingungen für das Kompetenzzentrum für Doppelstocktriebzüge erreicht. Das geplante Investment ist ein klares Bekenntnis zum Werkplatz Schweiz und zum Standort im Dreiländereck.

 

 

Aufrichte mit vereinten Kräften

 

Inzwischen ist der Bau weit fortgeschritten und in diesen Tagen konnte das Dach des neuen Produktionsstandortes in St. Margrethen fertiggestellt werden. Stadler-Verwaltungsratspräsident Peter Spuhler hat heute den traditionellen Richtbaum auf das Dach des Neubaus gezogen. Tatkräftig unterstützt wurde er dabei von Benedikt Würth, Stände- und Regierungsrat des Kantons St. Gallen, Reto Friedauer, Gemeindepräsident von St. Margrethen, und HRS-CEO Martin Kull. Stadler schliesst mit der Aufrichte eine wichtige Bauetappe auf dem Weg zum neuen Produktionsstandort ab und feierte diesen Meilenstein mit Gästen aus Politik und Wirtschaft sowie am späteren Nachmittag mit allen beteiligten Handwerkern sowie den Mitarbeitern von Stadler Rheintal.

 

 

Teilbezug steht bevor

 

Die Bauarbeiten im Innenbereich des Werks schreiten in hohem Tempo voran: Ende September beginnen in St. Margrethen bereits die ersten 40 Mitarbeiter mit der Produktion von neuen Zügen. Die Inbetriebnahme der weiteren Produktionshallen erfolgt sukzessive in den darauffolgenden Monaten. Komplett bezogen werden alle Werks- und Büroräume voraussichtlich in der ersten Jahreshälfte 2020. Eine moderne Kantine wird ebenfalls im kommenden Jahr eröffnet, in der Zwischenzeit verpflegt Stadler seine Mitarbeiter in einer provisorischen Kantine.

 

Der neue Standort auf dem Altfeldareal in St. Margrethen bietet ausreichend Platz für circa 1400 Mitarbeitende. Auf rund 35 000 Quadratmetern sind die Produktions- und Lagerflächen optimal aufeinander abgestimmt. Mit mehreren Laufkränen können die Wagenkästen effizient versetzt werden, zusätzlich verfügt der Standort über einen Gleisanschluss zum Bahnhof St. Margrethen. Das Werk erfüllt damit die hohen Anforderungen, die Stadler an ein Kompetenzzentrum für Doppelstocktriebzüge stellt. Neben Flächen für Produktion und Lagerung erstellt Stadler Büros für rund 450 Mitarbeitende. Sie leisten die Entwicklungsarbeit für die Fahrzeuge des Standorts St. Margrethen und unterstützen Stadler unternehmensweit in den Bereichen Berechnungen und Zulassungen. Am Standort entstehen rund 5000 Quadratmeter Büroflächen.

 

 

Platz für Natur und Strom

 

Während ein Teil der Produktion im Werk schon bald anläuft, wird der grosse Dachbereich der Gebäude ebenfalls genutzt. 22 000 Quadratmeter des Daches wurden begrünt und mit rund 6000 Quadratmetern Solarpanels bestückt. Die von der Genossenschaft Solar St. Gallen betriebene Anlage wird einst

einen Viertel des Stromverbrauchs des Standorts in St. Margrethen decken. Die Dachbegrünung trägt zur Einsparung von Energiekosten bei und schafft Lebensraum für Pflanzen und Tiere.

 

 

Unterstützung durch Kanton und Gemeinde

 

Auf der Suche nach einem optimalen Standort für das neue Werk wurde Stadler durch den Kanton St. Gallen, durch die Gemeinde St. Margrethen sowie durch die Landeigentümerin HIAG massgeblich unterstützt. Den Ausschlag gab neben dem vorhandenen Gleisanschluss die Gesamtfläche des Altfeldareals von

65 000 Quadratmetern sowie die Nähe zum bisherigen Standort in Altenrhein. Die Bauarbeiten auf dem Areal werden von der HRS Real Estate AG als Totalunternehmerin ausgeführt.

 

 

Traditionsreiches Altenrhein

 

Stadler verschiebt sein zweitgrösstes Werk in der Schweiz nach über 20 Jahren von Altenrhein nach

St. Margrethen. Der Standort in Altenrhein hat eine lange Geschichte und ist nicht mehr optimal auf die Anforderungen von Stadler und insbesondere auf den Bau von Doppelstocktriebzügen ausgerichtet.

 

Claude Dornier gründete das Werk 1924 als Dornier-Werke Altenrhein. Damit die dort produzierten Flugzeuge direkt vom Werk aus abheben konnten, entstand in Altenrhein der Flugplatz, der 1927 seinen Betrieb aufnahm. In Altenrhein wurde das grösste jemals gebaute Wasserflugzeug Do X montiert und in der Schweiz erprobt. Ab 1949 wurde aus Dornier die Flug- und Fahrzeugwerke Altenrhein AG (FFA) und das Unternehmen begann, Waggons zu bauen. Der Waggonbau wurde zu einem wichtigen Pfeiler der FFA, unter anderem wurden alle Fahrzeuge der Rhätischen Bahn in Altenrhein gebaut – bis heute.

 

1987 wurde die FFA an die Schindler Holding verkauft. Der Waggonbau verblieb am Standort und Schindler formierte eine zweite Waggonbau-Tochtergesellschaft, die Schindler Waggon Altenrhein (SWA). Im Jahr 1997 hat Stadler das Werk vor der Schliessung gerettet und von der SWA übernommen. Der nun bevorstehende Umzug des Stadler-Standortes nach St. Margrethen betrifft ausschliesslich die Mitarbeitenden von Altenrhein. Nicht betroffen sind Mitarbeitende von Bussnang, Erlen oder Winterthur. Etwa 50 bis 70 Mitarbeitende bleiben in Altenrhein, da dort die Kastendetailfertigung weitergeführt wird.



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