August 2019


Giruno RABe 501 007 «Uri» – Erste Zugstaufe auf Kantonsnamen

Mit dem SBB RABe 501 007-5 ist heute der erste der neuen internationalen Hochgeschwindigkeitszüge Giruno auf einen Kantonsnamen getauft worden. Vertreterinnen und Vertretern des Kantons Uri, der Gemeinde Erstfeld und der SBB enthüllten im Bahnhof Erstfeld den Namen «Uri» und das Kantonswappen am neuen Zug für den Nord-Süd-Verkehr. Die Bevölkerung war anschliessend zu einer Fahrt nach Bellinzona und zurück eingeladen. Ab Dezember 2019 führt die SBB die neuen Flotte schrittweise auf der Nord-Süd-Achse ein.

Feierliche Zugtaufe vom SBB Giruno RABe 501 007 «Uri» am Bahnhof Erstfeld                                          Foto: Marcel Manhart

 

 

 

 

Die SBB sowie Vertreterinnen und Vertreter des Kantons Uri und der Gemeinde Erstfeld tauften heute im Bahnhof Erstfeld den ersten Zug ihrer Giruno-Flotte auf einen Kantonsnamen – «Uri». Der SBB Leiter Personenverkehr, Toni Häne, der Urner Regierungsrat Dimitri Moretti und die Erstfelder Gemeindepräsidentin Pia Tresch feierten das Ereignis mit der Bevölkerung. Diese war im Anschluss an die Taufe eingeladen, mit dem neuen Hochgeschwindigkeitszug durch den Gotthard-Basistunnel nach Bellinzona und zurück über die Bergstrecke zu reisen.

 

 

Wappen der historischen Gotthardlokomotive Ae 6/6 schmücken Giruno

 

Am 23. September 1953 war in Altdorf der Prototyp Ae 6/6 mit der Loknummer 11402 auf den Namen «Uri» getauft worden. Die historische Lok ist heute im Besitz der Stiftung Historisches Erbe der SBB und konnte anlässlich der heutigen Taufe in Erstfeld besichtigt werden. Diese war zu ihrer besten Zeit, in den 1950er bis Ende 1970er Jahren, die Gotthardlokomotive schlechthin. Rund 70 Jahre nachdem die Ae-6/6-Lok die Gotthardbahn bereits einmal modernisiert hat, bringt nun der Giruno als Zug für den neuen Gotthard- und den neuen Ceneri-Basistunnel einen weiteren Modernisierungsschub.

 

 

Neuer Zug mit grossem Potenzial

 

Die neue Giruno-Flotte des Schweizer Herstellers Stadler besteht aus 29 Fahrzeugen. Seit August 2019 fahren erste Züge mit Fahrgästen auf der Gotthardachse, der fahrplanmässige Einsatz folgt ab dem 15. Dezember 2019 von Basel/Zürich bis Lugano/Chiasso und ab Frühjahr 2020 weiter bis Mailand. Ab Eröffnung des Kantonsbahnhofs in Altdorf ab Ende 2021 halten die 2-stündlichen IC21 Basel – Lugano – Basel in Altdorf. Bis dahin ermöglicht die SBB vereinzelte Halte in Flüelen.

 

Der Giruno bietet den Passagieren in Doppeltraktion insgesamt 810 Sitzplätze. Ausserdem verfügt er über Steckdosen an allen Sitzplätzen, geschlechtergetrennte Toiletten, Multifunktions- und Veloabteile, grosse Gepäckablagen und ein modernes Beleuchtungskonzept mit energiesparenden LED-Lampen. Giruno ist eine aus dem Rätoromanischen abgeleitete Bezeichnung für Mäusebussard.

 

 

Neuer internationaler Gotthardzug Giruno spart CO2

 

Der Kanton Uri ist grösster Stromproduzent für die SBB. Rund 40 Prozent des Bahnstrombedarfs der SBB wird hier produziert. Die SBB fährt mit Wasserkraft und vermeidet so grosse Mengen CO2. Infolge der aktuellen Debatte um den Klimawandel stieg im ersten Halbjahr 2019 die Nachfrage im internationalen Schienenverkehr stark an. Die SBB will die Chancen im internationalen Verkehr auch mit dem neuen Zug Giruno nutzen.

 

 

Die weiteren Giruno-Züge

 

Die SBB bietet jedem Kanton an, einen der neuen Züge nach sich zu benennen. Dabei werden die historischen Kantonswappen der Lokomotiven Ae 6/6 wiederverwendet. Sowohl die Ae 6/6 als auch der Giruno sind Beispiele für die Schweizer Zug- und Lokomotiv-Baukunst. Lokomotiven mit Kantons- und Gemeindewappen zu schmücken, ist auf einen Brauch aus England zurückzuführen. Damals taufte jeder Kanton in einer feierlichen Zeremonie «seine» Ae 6/6. Drei der 29 Giruno-Züge werden auf die Namen «San Gottardo», «Sempione» und «Monte Ceneri» getauft, die restlichen 26 Züge werden nach den Schweizer Kantonen benannt. Am 8. August wurde der erste Giruno auf den Namen «San Gottardo» getauft. In den nächsten Monaten sind weitere Giruno-Zugstaufen geplant. Am 26. September wird der Giruno «Thurgau» und am 23. November der Giruno «Zürich» getauft. Im Dezember findet die Taufe des Giruno «Monte Ceneri» im Tessin statt.



 

Einfahrt des IR 26 2313 aus Luzern - Arth-Goldau in den Bahnhof Erstfeld

und Auftakt zu den Feierlichkeiten zur  Taufe des Giruno RABe 501 007-5


 

Taufe des RABe 501 007-5 auf den Kanton «Uri»

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Starke Schweizer Partnerin beteiligt sich an SBB Cargo AG

Die Swiss Combi AG – bestehend aus den Logistikdienstleistern Planzer, Camion Transport, Galliker sowie Bertschi – übernimmt 35 Prozent der SBB Cargo AG und wird Partnerin des führenden Gütertransportunternehmens der Schweiz. Die geplante Partnerschaft stärkt die Verlagerung von der Strasse auf die Schiene und erhöht die Auslastung im System-Wagenladungsverkehr und im Kombinierten Verkehr nachhaltig. Damit soll die Wettbewerbsfähigkeit der Bahn in der Logistikkette der Kunden weiter steigen und die Verkehrsträger werden nach ihren Stärken eingesetzt. Die Übernahme bedarf der Zustimmung durch die Wettbewerbsbehörden.

Swiss Combi AG ist neue Partnerin von SBB Cargo AG                                                                                 Foto: Marcel Manhart

 

 

 

 

Die SBB hat mit der Swiss Combi AG eine Partnerin für die SBB Cargo AG gefunden, die vom Geschäftsmodell der Güterbahn überzeugt ist und sich für die gemeinsame Entwicklung des Güterverkehrs in der Schweiz einsetzen wird.

 

Die Swiss Combi AG besteht aus den Logistikdienstleistern Planzer Holding AG (40%), Camion Transport AG (40%), Bertschi AG (10%) und Galliker Holding AG (10%). Die Swiss Combi AG wird 35 Prozent der Aktien von «Schweizerische Bundesbahnen SBB Cargo AG», nachfolgend SBB Cargo AG genannt, übernehmen. Mehrheitsaktionärin bleibt die SBB AG mit einem Anteil von 65 Prozent. Durch die Minderheitsbeteiligungen wird die SBB Cargo AG nachhaltig gestärkt. Die Güterbahn wird weiterhin Dienstleistungen in der Logistikkette aller bisheriger Kunden erbringen; sie will neue Kunden gewinnen und die Auslastung erhöhen. Zuverlässigkeit und Effizienz sollen weiter verbessert werden.

 

Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Voraussetzung für den Einstieg ist die Genehmigung der Beteiligung durch die Wettbewerbsbehörden. Der Entscheid wird im ersten Quartal 2020 erwartet. Auf diesen Zeitpunkt hin wird SBB Cargo International AG aus der SBB Cargo AG herausgelöst und direkt der SBB AG unterstellt. Das internationale Geschäft war nicht Teil des Angebotes.

 

 

Verlagerung auf die Schiene wird gestärkt

 

Die an der Swiss Combi AG beteiligten Unternehmen wollen künftig mehr Mengen auf der Schiene transportieren statt auf der Strasse. Die Transporte für die Kunden werden dadurch klimafreundlicher und die Auslastung im System-Wagenladungsverkehr und im Kombinierten Verkehr erhöht. Damit steigt die Wettbewerbsfähigkeit der Bahn in der Logistikkette der Kunden und die Verkehrsträger werden nach ihren Stärken eingesetzt: Die Bahn für lange Distanzen zwischen Wirtschaftsräumen, die Strasse für die Feinverteilung zum Endkunden. Das Wissen der Partnerin im Transport- und Lagerlogistikbereich trägt dazu bei, weitere Potenziale z.B. im Bereich der Ver- und Entsorgung in dicht besiedelten Gebieten oder neuen Tor-zu-Tor-Logistiklösungen für die Kunden zu realisieren.

 

 

Kein zusätzlicher Stellenabbau

 

Die Partnerschaft hat keinen zusätzlichen Stellenabbau zur Folge. Wie am 1. März 2018 informiert, ist die SBB Cargo AG daran, das Unternehmen schlank aufzustellen: Dank vereinfachter Abläufe wird die Güterbahn künftig mit weniger Mitarbeitenden im Zentralbereich auskommen. Bei den Rangiermitarbeitenden werden die in den nächsten Jahren anstehende Pensionierungen durch Automation kompensiert, gleichzeitig werden die Berufsbilder weiterentwickelt. Der per Mai 2019 in Kraft getretene Gesamtarbeitsvertrag für die Mitarbeitenden der SBB Cargo AG läuft unverändert weiter.

 

 

Nils Planzer und Josef Jäger vertreten Swiss Combi AG im Verwaltungsrat, Eric Grob wird externer Verwaltungsrat

 

Seit Anfang 2019 wird die Güterbahn als eigenständige SBB Konzerngesellschaft über den Verwaltungsrat des Teilkonzerns Cargo Schweiz geführt; dies ist Voraussetzung für den Eintritt der Partnerin. Nach erfolgreicher Prüfung durch die Wettbewerbskommission wird der Verwaltungsrat der SBB Cargo AG aus maximal sieben Mitgliedern bestehen. Davon stellt die SBB AG zwei Vertreter und hat die Möglichkeit, bis zu vier Mitglieder zu bestimmen. Bis zur Generalversammlung im zweiten Quartal 2020 sind es SBB CEO Andreas Meyer als Verwaltungsratspräsident sowie CFO Christoph Hammer. Die Swiss Combi AG wird ebenfalls zwei Verwaltungsräte stellen, nämlich Nils Planzer sowie Josef Jäger. Dazu kommt per viertes Quartal 2019 Eric Grob als unabhängiger Verwaltungsrat: Eric Grob besitzt Beratungserfahrung aus der Transport- und Logistikindustrie. Zwischen 2008 und 2016 hat er als Partner beim Beratungsunternehmen McKinsey SBB Cargo im Rahmen von mehreren Projekten beraten. Weiter hat er diverse Mandate für andere Bahn- und Logistikunternehmen im europäischen Ausland geleitet.

 

 

Zitate:

 

• Andreas Meyer, CEO SBB AG: «Nachdem Cargo die schwarzen Zahlen erreicht hatte, entstand vor fünf Jahren die Idee einer Partnerschaft nach dem Vorbild von SBB Cargo International. Mit dieser Kooperation sind nun wichtige Weichen für die nächste Etappe der Weiterentwicklung des Geschäfts von SBB Cargo Schweiz gestellt.»

 

• Nils Planzer, VRP Swiss Combi AG: «Wir sind sehr stolz, gemeinsam mit der SBB und unseren Partnern die Erfolgsgeschichte der Schweizer Güterbahn weiterzuführen und gemeinsam am Ziel der Wirtschaftlichkeit zu arbeiten. Dabei liegt uns auch die Förderung des Modal Splits (Anteil Transporte Strasse/Schiene) zugunsten der Schiene sehr am Herzen».

 

• Nicolas Perrin, CEO SBB Cargo AG: «Die geballte Logistikkompetenz der Partner wird den Schienengüterverkehr stärken und einen Beitrag zur Verlagerung von Gütern von der Strasse auf die Schiene leisten. Damit bleiben wir langfristig das stabile Rückgrat der Schweizer Wirtschaft mit innovativen, umweltfreundlichen und bezahlbaren Lösungen für unsere Kunden.»

 

 

SBB Cargo AG: Partnerstrategie

 

Der Eintritt der neuen Partnerin ist Abschluss eines von langer Hand geplanten Prozesses: Bereits 1999 war SBB Cargo in eine privatrechtliche Aktiengesellschaft umgewandelt worden mit dem Ziel, Joint Ventures mit Dritten eingehen zu können. Nach dem Scheitern der Partnerschaft mit Trenitalia entschied sich SBB Cargo 2003 für den Markteintritt in Deutschland und Italien im Alleingang. Sowohl die Expansionen auf der Nord-Süd-Achse als auch im Binnenverkehr führten aber zu Verlusten. In der Folge wurde der Binnenverkehr konsequent saniert. Das Transitgeschäft lagerte SBB Cargo im Jahr 2010 aus und gründete zusammen mit der Hupac (25%) im Jahr 2011 die SBB Cargo International AG. Damit wurde eine starke Schweizer Kooperation geschaffen, die sich auch über schwierige Phasen (Wirtschaftseinbruch, Frankenstärke) bewährte.

 

Die SBB Cargo AG schrieb 2013 erstmals seit 40 Jahren wieder schwarze Zahlen. Das Unternehmen weist heute einen klaren Track Record der Fokussierung und Stabilisierung aus und konnte 2018 mit positivem Ergebnis abschliessen. Staatliche Abgeltungen wurden von über 25 Mio. CHF im Jahr 2011 auf null per Anfang 2019 abgebaut. Trotzdem konnte SBB Cargo im ersten Halbjahr 2019 im Schweizer und im internationalen Geschäft ein ausgeglichenes Ergebnis erreichen. Die finanzielle Situation bleibt anspruchsvoll. Der Trend zu massgeschneiderten Logistikmodellen setzt sich fort, hier kann SBB Cargo insbesondere bei Projektlösungen wie dem Transport von Bauaushuben wachsen (Ganzzug: + 2% Umsatzwachstum vgl. Vorjahr). Gleichzeitig hat SBB Cargo im ersten Halbjahr sowohl im System- als auch im Einzel-Wagenladungsverkehr Mengen verloren (Umsatz -7% bzw. -5% vgl. Vorjahr). Denn die Nachfrage in den Branchen Stahl, Holz und Chemie ist tiefer ausgefallen, als ursprünglich mit den Kunden geplant.

 

Im Rahmen der Totalrevision des Gütertransportgesetzes (GüTG) 2015 regte die SBB an, SBB Cargo eigenständiger zu positionieren. Bundesrat und Parlament stimmten 2017 der Öffnung des Aktionariats für eine Minderheitsbeteiligung zu, die nun mit Eintritt der Partnerin umgesetzt wird. Ziel ist, die Wettbewerbsfähigkeit im Markt weiter zu erhöhen und sich auf das weitere Wachstum zu konzentrieren: Laut Bundesamt für Raumentwicklung ARE wird der Güterverkehr auf der Schiene gemessen an Tonnenkilometer in der Schweiz von 2010 bis 2040 um 44,7% wachsen. Das entspricht einer jährlichen Zunahme von 1,2%.

 

 

SBB Cargo AG: Die Nr. 1 im Schweizer Schienengüterverkehr

 

Die SBB ist mit mehr als einem Viertel Anteil an der gesamten Güterverkehrsleistung das führende Unternehmen im Schweizer Güterverkehr. Davon entfallen knapp 16 Prozent auf SBB Cargo AG, welche als Rückgrat der Schweizer Wirtschaft die grossen Wirtschaftsräume verbindet. Jährlich transportiert SBB Cargo AG rund 29,8 Mio. Nettotonnen Güter im

Wagenladungs-, Ganzzugs- und im kombinierten Verkehr innerhalb der Schweiz – dies entspricht knapp 10'000 Lastwagenfahrten pro Tag. SBB Cargo International AG ist der führende Anbieter im alpenquerenden Schienengüterverkehr durch die Schweiz mit einem Marktanteil von 38,1 Prozent.

 

Der Umsatz der SBB Cargo AG betrug 2018 742 Mio. CHF. Die Flotte umfasst 5'324 Güterwagen, 313 Strecken- und 76 Rangierlokomotiven. Die SBB Cargo AG wurde 1999 als privatrechtliche AG als Tochtergesellschaft der SBB gegründet und beschäftigte im Schweizer Geschäft per Ende 2018 2'275 Mitarbeitende. Der Hauptsitz befindet sich in Olten.

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Teilbezug des Stadler-Werks in St. Margrethen steht kurz bevor

Stadler hat heute zusammen mit dem St. Galler Stände- und Regierungsrat Benedikt Würth und Reto Friedauer, Gemeindepräsident von St. Margrethen, sowie weiteren Gästen aus Politik und Wirtschaft die Aufrichte des neuen Stadler-Werks in St. Margrethen gefeiert. Mit der Aufrichte läutet Stadler die letzte Bauphase des neuen Kompetenzzentrums für Doppelstocktriebzüge ein. Das neue Werk wird optimal auf die Bedürfnisse des Schweizer Schienenfahrzeugherstellers ausgerichtet sein und dadurch die Wettbewerbsfähigkeit von Stadler weiter stärken. Die Investition in den Standort im Dreiländereck ist auch eine Investition in den Werkplatz Schweiz und beläuft sich auf über 80 Millionen Schweizer Franken.

Drohnenbild vom Stadler-Werk in St. Margrethen                                                                                © Andreas Butz / Stadler

 

 

 

 

Die aktuellen Währungsverwerfungen und das damit verbundene wiederholte Erstarken des Schweizer Frankens, das Lohnkostenniveau in der Schweiz bei gleichzeitig hohem Exportanteil, die Abschwächung des Wirtschaftswachstums sowie geopolitische Turbulenzen stellen für Stadler weiterhin eine Herausforderung dar und setzen das Unternehmen unter hohen Margendruck. Um am Standort in der Schweiz festhalten zu können, ist eine Effizienzsteigerung notwendig. Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen entschied Stadler bereits im Jahr 2017, den Standort in Altenrhein weitestgehend aufzugeben und in St. Margrethen einen optimal auf die Bedürfnisse von Stadler und insbesondere des Baus von Doppelstocktriebzügen ausgerichteten Neubau zu planen. Dadurch wird eine klare Optimierung der Produktionsbedingungen für das Kompetenzzentrum für Doppelstocktriebzüge erreicht. Das geplante Investment ist ein klares Bekenntnis zum Werkplatz Schweiz und zum Standort im Dreiländereck.

 

 

Aufrichte mit vereinten Kräften

 

Inzwischen ist der Bau weit fortgeschritten und in diesen Tagen konnte das Dach des neuen Produktionsstandortes in St. Margrethen fertiggestellt werden. Stadler-Verwaltungsratspräsident Peter Spuhler hat heute den traditionellen Richtbaum auf das Dach des Neubaus gezogen. Tatkräftig unterstützt wurde er dabei von Benedikt Würth, Stände- und Regierungsrat des Kantons St. Gallen, Reto Friedauer, Gemeindepräsident von St. Margrethen, und HRS-CEO Martin Kull. Stadler schliesst mit der Aufrichte eine wichtige Bauetappe auf dem Weg zum neuen Produktionsstandort ab und feierte diesen Meilenstein mit Gästen aus Politik und Wirtschaft sowie am späteren Nachmittag mit allen beteiligten Handwerkern sowie den Mitarbeitern von Stadler Rheintal.

 

 

Teilbezug steht bevor

 

Die Bauarbeiten im Innenbereich des Werks schreiten in hohem Tempo voran: Ende September beginnen in St. Margrethen bereits die ersten 40 Mitarbeiter mit der Produktion von neuen Zügen. Die Inbetriebnahme der weiteren Produktionshallen erfolgt sukzessive in den darauffolgenden Monaten. Komplett bezogen werden alle Werks- und Büroräume voraussichtlich in der ersten Jahreshälfte 2020. Eine moderne Kantine wird ebenfalls im kommenden Jahr eröffnet, in der Zwischenzeit verpflegt Stadler seine Mitarbeiter in einer provisorischen Kantine.

 

Der neue Standort auf dem Altfeldareal in St. Margrethen bietet ausreichend Platz für circa 1400 Mitarbeitende. Auf rund 35 000 Quadratmetern sind die Produktions- und Lagerflächen optimal aufeinander abgestimmt. Mit mehreren Laufkränen können die Wagenkästen effizient versetzt werden, zusätzlich verfügt der Standort über einen Gleisanschluss zum Bahnhof St. Margrethen. Das Werk erfüllt damit die hohen Anforderungen, die Stadler an ein Kompetenzzentrum für Doppelstocktriebzüge stellt. Neben Flächen für Produktion und Lagerung erstellt Stadler Büros für rund 450 Mitarbeitende. Sie leisten die Entwicklungsarbeit für die Fahrzeuge des Standorts St. Margrethen und unterstützen Stadler unternehmensweit in den Bereichen Berechnungen und Zulassungen. Am Standort entstehen rund 5000 Quadratmeter Büroflächen.

 

 

Platz für Natur und Strom

 

Während ein Teil der Produktion im Werk schon bald anläuft, wird der grosse Dachbereich der Gebäude ebenfalls genutzt. 22 000 Quadratmeter des Daches wurden begrünt und mit rund 6000 Quadratmetern Solarpanels bestückt. Die von der Genossenschaft Solar St. Gallen betriebene Anlage wird einst

einen Viertel des Stromverbrauchs des Standorts in St. Margrethen decken. Die Dachbegrünung trägt zur Einsparung von Energiekosten bei und schafft Lebensraum für Pflanzen und Tiere.

 

 

Unterstützung durch Kanton und Gemeinde

 

Auf der Suche nach einem optimalen Standort für das neue Werk wurde Stadler durch den Kanton St. Gallen, durch die Gemeinde St. Margrethen sowie durch die Landeigentümerin HIAG massgeblich unterstützt. Den Ausschlag gab neben dem vorhandenen Gleisanschluss die Gesamtfläche des Altfeldareals von

65 000 Quadratmetern sowie die Nähe zum bisherigen Standort in Altenrhein. Die Bauarbeiten auf dem Areal werden von der HRS Real Estate AG als Totalunternehmerin ausgeführt.

 

 

Traditionsreiches Altenrhein

 

Stadler verschiebt sein zweitgrösstes Werk in der Schweiz nach über 20 Jahren von Altenrhein nach

St. Margrethen. Der Standort in Altenrhein hat eine lange Geschichte und ist nicht mehr optimal auf die Anforderungen von Stadler und insbesondere auf den Bau von Doppelstocktriebzügen ausgerichtet.

 

Claude Dornier gründete das Werk 1924 als Dornier-Werke Altenrhein. Damit die dort produzierten Flugzeuge direkt vom Werk aus abheben konnten, entstand in Altenrhein der Flugplatz, der 1927 seinen Betrieb aufnahm. In Altenrhein wurde das grösste jemals gebaute Wasserflugzeug Do X montiert und in der Schweiz erprobt. Ab 1949 wurde aus Dornier die Flug- und Fahrzeugwerke Altenrhein AG (FFA) und das Unternehmen begann, Waggons zu bauen. Der Waggonbau wurde zu einem wichtigen Pfeiler der FFA, unter anderem wurden alle Fahrzeuge der Rhätischen Bahn in Altenrhein gebaut – bis heute.

 

1987 wurde die FFA an die Schindler Holding verkauft. Der Waggonbau verblieb am Standort und Schindler formierte eine zweite Waggonbau-Tochtergesellschaft, die Schindler Waggon Altenrhein (SWA). Im Jahr 1997 hat Stadler das Werk vor der Schliessung gerettet und von der SWA übernommen. Der nun bevorstehende Umzug des Stadler-Standortes nach St. Margrethen betrifft ausschliesslich die Mitarbeitenden von Altenrhein. Nicht betroffen sind Mitarbeitende von Bussnang, Erlen oder Winterthur. Etwa 50 bis 70 Mitarbeitende bleiben in Altenrhein, da dort die Kastendetailfertigung weitergeführt wird.



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Mit Strom durch das Allgäu – drei Viertel der Elektrifizierungsarbeiten sind vollendet

Schneller, leiser und sicherer mit der Bahn durch das Allgäu - für diese Ziele fliessen auf einer Länge von 157 Kilometern in den drei Jahren Bauzeit seit 2018 fast 650 Millionen Euro in die Schieneninfrastruktur. Darunter sind mehr als 150 Millionen Euro für den grossen Umbau der Bahnanlagen im Stadtgebiet Lindau. Nun ist Halbzeit und DB Netz hat rund drei Viertel des Ausbaus durchgeführt. Auf über 100 Kilometern Strecken ist die Oberleitung errichtet. An neun Stellen sind bereits die Gleise abgesenkt und sechs neue Stellwerke errichtet. Während 2018 die Arbeiten vor allem im östlichen Teil zwischen Memmingen und Geltendorf stattfanden, sind nun die Abschnitte rund um Wangen und weiter Richtung Bodensee im Fokus.

Ein "Münchner Eurocity" im Bahnhof St. Margeten: Aktuell gehts nur bis Bregenz; ab 9. September 2019 fahren die EC-Züge Zürich - München (über Kempten) wieder durchgehend                                                                                 Foto: Marcel Manhart

 

 

 

 

In Wangen errichtet die DB derzeit zwei neue Bahnbrücken anstelle der alten teilweise 130 Jahre alten Bauwerke. Heute setzte ein 650 Tonnen-Kran das Brückenteil an der Lindauer Straße ein. Der Kran wurde vor Ort zusammen-gebaut, nachdem seine Einzelteile in 41 Lkw-Ladungen herangeschafft waren. Die zweite Brücke, die auf 116 Metern Länge den Fluss Oberer Argen überspannt, stellt das aufwändigste Bauwerk dar. Projektleiter Matthias Gunsch: „Wir errichten für 10 Millionen Euro die neue Brücke direkt neben der alten, reißen diese dann ab und schieben die neue Brücke an die richtige Position.“ Die neue Brücke wird breiter sein, damit auch Rettungswege und eine Schallschutzwand Platz finden. 42 Pfähle als Anker im Bahndamm mit einem Durchmesser von 1,20 Meter und einer Länge zwischen 12 und ca. 25 Meter sorgen für die Stabilität des Bauwerkes.

 

Der Ausbau zwischen München, Memmingen und Lindau umfasst auch zahlreiche Arbeiten an den Gleisen und Bahnstationen. Unter anderem müssen 3.500 Oberleitungsmasten gesetzt werden, 27 Bahnübergänge und 43 Straßenbrücken sind an die Oberleitung anzupassen. Zudem werden 17 Stellwerke neu/umgebaut und 30 Kilometer Gleise erneuert. Jeder fünfte Euro - insgesamt 100 Millionen – fließt in den Lärmschutz: 26 Kilometer Lärmschutz-wände errichtet die DB für 2.700 Gebäude, entlang der Strecke sind Schallschutzfenster vorgesehen.

 

 

Lindau – die grosse Bahn-Stadtbaustelle

 

Allein in Lindau führt die DB Netz 21 verschiedene Baumaßnahmen durch. Es gilt, ein neues Stellwerk für 160 Signale zu errichten sowie 13 Weichen und 4000 Meter Gleis zu erneuern, Oberleitungen und Schallschutzwände sowie eine Eisenbahnbrücke zu bauen. Viele Bauarbeiten finden 2019 in den Sommerferien statt. Der Zugverkehr nach Österreich muss dabei sieben Wochen lang unterbrochen werden.

 

Auch ein zweiter Bahnhof entsteht in den kommenden eineinhalb Jahren in Lindau. Für 21 Millionen Euro errichtet die Deutsche Bahn die neue Verkehrsstation im Ortsteil Reutin. Eurocity-Züge auf der Strecke Zürich - München halten künftig an diesem Festlandsbahnhof und müssen nicht mehr den Umweg auf die Insel nehmen. Die Verkehrsstation erhält zwei Bahnsteige für vier Gleise und einen barrierefreien Zugang. Zusammen mit der Elektrifizierung der Strecke durch das Allgäu verringert sich dadurch die Fahrzeit zwischen beiden Städten um fast eine Stunde auf weniger als 3 Stunden 30 Minuten. Die neuen Schweizer Neigetechnikzüge „Astoro“ werden ab Ende 2020 mit bis zu 160 km/h unterwegs sein.

 

2020 wird sich im Stadtgebiet Lindau das Baugeschehen mehr in die westlichen Teile verlagern. Auf der Strecke von München her wird die DB die letzten Abschnitte bis zum Bodensee vollenden. Danach, im Juli 2020 wird der Strom eingeschaltet und ein Test- und Messprogramm gestartet, ehe im Dezember 2020 der fahrplanmässige Verkehr beginnt.

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Tag der offenen Baustelle am Albulatunnel bei der Rhätischen Bahn

Am 31. August 2019 bietet die Rhätische Bahn (RhB) der Öffentlichkeit zum zweiten Mal einen exklusiven Einblick in den Neubau des Albulatunnels. Die Besucherinnen und Besucher vom Tag der offenen Baustelle in Preda erwarten Baustellenführungen mit Tunnelbesichtigung, Attraktionen für Kinder sowie eine Festwirtschaft.

Innenausbau im neuen Albulatunnel der RhB                                                                                     Foto: Rhätische Bahn (RhB)

 

 

 

 

Die Realisierung des Tunnelprojektes befindet sich in der sechsten Bausaison. Wichtige Etappenziele der Phase «Verkleidung/Innenausbau» sind bereits erreicht. Die Tunnelverkleidung im rund 4.3 Kilometer langen Tunnelabschnitt mit einschaligem Spritzbetongewölbe wurde fertig erstellt. Die Logistik für den Tunnelbau sowie die Ver- und Entsorgung der Hochgebirgsbaustelle wurde am Bauplatz Preda konzentriert. Im Installationsgelände Spinas wurde es dadurch merklich ruhiger.

 

Ausblick Bauprogramm

 

In den kommenden zwei Jahren steht die Herstellung des Tunnelrohbaus im Fokus der Aktivitäten. In der Phase «Verkleidung/Innenausbau» wird der Tunnelrohbau in folgenden Phasen fertiggestellt: Tunnelsohle, zweischaliges Tunnelgewölbe, Bankette, Portalbauwerke. Kann das Programm eingehalten werden, rollen bereits in gut drei Jahren, im Jahr 2022, die ersten Züge durch den neuen Eisenbahntunnel zwischen dem Albulatal und dem Oberengadin.

 

 

Tag der offenen Baustelle in Preda vom Samstag, 31. August 2019

 

Dauer

08.30 - 17.30 Uhr (letzte Führung um 16.00 Uhr)

 

Führungen

8.40 Uhr - 16.00 Uhr, alle 20 Minuten. Für den Rundgang mit Tunnelbesichtigung (knöcheltiefes Wasser im Tunnel!) ist gutes Schuhwerk (Wanderschuhe/Stiefel) obligatorisch sowie gute körperliche Verfassung und Trittsicherheit erforderlich.

 

Verpflegung

Eine Festwirtschaft sorgt für das leibliche Wohl.

 

An- und Abreise

Es wird die Anreise mit dem öffentlichen Verkehr empfohlen. In Preda stehen keine Parkplätze zur Verfügung.

 

 


Download
Flyer Tag der offenen Baustelle in Preda
Flyer_TdoB_2019.pdf
Adobe Acrobat Dokument 2.2 MB

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Grosses Fest zur Eröffnung des modernisierten Bahnhof Poschiavo

Nach dreijähriger Bauzeit feiert die Rhätische Bahn (RhB) am Samstag, 24. August 2019 die Wiedereröffnung des erneuerten Bahnhofs Poschiavo. Die RhB lädt die einheimische Bevölkerung und weitere Interessierte zum Bahnhofsfest ein. Führungen vermitteln den Besucherinnen und Besuchern Informationen zum Projekt und geben Einblick in die erneuerten Räumlichkeiten und Anlagen. Zudem sind der Maschinenpark des Bahndienstes sowie die historischen Bernina-Fahrzeuge des Vereins Historic RhB zu bestaunen. Während des ganzen Tages sorgt eine Festwirtschaft für das leibliche Wohl. Das Bahnhofsfest dauert von 9 Uhr bis 16 Uhr.

Überblick auf die neu erstellten Kunden- und Bahnanlagen am Bahnhof Poschiavo                   Foto: Rhätische Bahn (RhB)

 

 

 

Seit dem Spatenstich am 1. Juli 2016 wurden in Poschiavo neue, behindertengerechte Kunden- und Bahnanlagen sowie ein neuer Bahndienststützpunkt erstellt. Das Projekt beinhaltet auch den Doppelspurausbau Poschiavo – Val Varuna sowie den Bau einer Abstellgleisanlage mit Kreuzungsstelle im Gebiet Pradei. Insgesamt investierte die RhB 35,6 Millionen Franken. Der Bahnhof Poschiavo ist ein wichtiger Bahnhof auf dem RhB-Netz, insbesondere für den Bernina Express. Mit dem umfassenden Um- und Ausbau setzt die RhB auf die Berninalinie und damit auch auf Poschiavo. Dank der guten Zusammenarbeit und finanzieller Beteiligung von Valposchiavo Turismo konnte auch die Empfangs- und Schalteranlage im Bahnhofsgebäude erneuert werden. Entstanden sind kundenfreundliche, offene und zeitgemässe Verkaufs- und Informationsschalter.

 

 

Kundenfreundlich und zukunftsorientiert

 

Für die Sicherheit und den Komfort der Fahrgäste verfügt der erneuerte Bahnhof Poschiavo nun über ein breites Hochperron, welches den Ein- und Ausstieg erleichtert und die Vorgaben des Behindertengleichstellungsgesetzes erfüllt. Ebenfalls erneuert wurden die bahntechnischen Anlagen wie Gleise und Fahrleitung sowie die Sicherungsanlage. Der Doppelspurausbau Poschiavo – Val Varuna nördlich und die neue Kreuzungsstelle in «Pradei» südlich des Bahnhofs ermöglichen eine weitere Optimierung des Fahrplans auf der Berninalinie. Zudem kann mit der neuen Abstellgleisanlage in «Pradei» die Güterwagenformation vereinfacht werden. Mit dem neuen Bahndienststützpunkt steht dem Bahnbezirk Bernina künftig eine effiziente Anlage zur Verfügung. Im Zuge des Um- und Ausbaus des Bahnhofs wurde seitens Gemeinde ein Gesamtverkehrskonzept erarbeitet, welches die Verkehrssituation um den Bahnhof optimieren soll.

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SBB und ÖBB wollen gemeinsam einen starken Nachtverkehr in Europa

Die SBB und die ÖBB werden im internationalen Personenverkehr ihre langjährige Zusammenarbeit verstärken. Die beiden Partnerbahnen wollen das bereits bestehende Angebot sowohl für Tagesverbindungen als auch im Nachtzugverkehr ausbauen.

Zürich ist zweitgrösster Hub für Nachtzüge in Europa                                                                          Foto: Marcel Manhart

 

 

 

Zürich ist mit dem Angebot von Nachtzügen nach Hamburg, Berlin, Wien, Graz, Budapest, Prag und Zagreb bereits heute der zweitgrösste Hub für Nachtverkehre in Europa. Nur in Wien starten und enden mehr Nachtzüge als in Zürich.

 

Die Nachfrage im internationalen Bahnverkehr hat im ersten Halbjahr 2019 deutlich zugenommen. Neben dem schrittweisen Angebotsausbau hat vor allem auch die zunehmende Bedeutung von Nachhaltigkeit und Klimaschutz zu starken Nachfragesteigerungen der umweltfreundlichen Bahnreisen beigetragen. Die SBB verfolgt seit vielen Jahren national und international eine Kooperationsstrategie und hat ihr Angebot zusammen mit anderen Bahnen der Nachbarländer stetig ausgebaut.

 

 

Langjährige Zusammenarbeit wird verstärkt

 

Um der aktuellen und künftigen Entwicklung im internationalen Personenverkehr weiter Rechnung zu tragen, haben die SBB und die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) beschlossen, ihre Zusammenarbeit sowohl für Tagesverbindungen als auch im Nachzugverkehr weiter auszubauen. Bereits vereinbart und in Vorbereitung befindet sich der Angebotsausbau des EuroCity (EC) zwischen Zürich Bregenz und München, der ab Dezember 2020 auf täglich sechs Verbindungen pro Richtung ausgebaut wird. Zur Entwicklung des gemeinsamen Nachtzugverkehrs wurden folgende Massnahmen vereinbart: Bei bereits heute angebotenen Verbindungen – insbesondere zwischen Zürich–Basel und Berlin sowie Hamburg – wird eine Kapazitätserweiterung geprüft. Diese Nightjet-Verbindungen haben aufgrund der hohen Nachfragesteigerungen ihre Kapazitätsgrenzen erreicht.

 

Für das aktuell nur aus Schlafwagen bestehende Angebot zwischen Zürich und Prag soll gemeinsam mit der Tschechischen Bahn (CD) die Möglichkeit einer Ausweitung des Angebotes mit zusätzlichen Liegewagen geprüft werden. Ausserdem streben beide Kooperationspartner an, weitere noch gemeinsam zu bestimmende europäische Städte in das gemeinsame Nightjet-Netz aufzunehmen und mit der Schweiz zu verbinden. Gemeinsam wollen sich SBB und ÖBB zudem für bessere verkehrspolitische Rahmenbedingungen für den Betrieb von Nachtzügen einsetzen, zum Beispiel über die finanzielle Förderung der Nachtzüge mit CO-2-Abgaben sowie über eine Entlastung bei den anfallenden Betriebskosten wie Trassennutzungsgebühren.

 

Die ÖBB sind mit Nightjet der grösste Anbieter im Nachtverkehr in Europa und haben im Rahmen der bestehenden Zusammenarbeit wesentlich zum Erhalt von Nachtzügen ab der Schweiz beigetragen. «Wir sind vom Erfolg des Nightjets überzeugt. Deswegen investieren wir weiter und haben bereits 13 neue Nightjet-Garnituren der neusten Generation bestellt. Die Produktion der Züge läuft gerade an, im Laufe des Jahres 2022 werden die neuen Züge im modernen Design und mit noch mehr Komfort im Einsatz sein», so Andreas Matthä, CEO der ÖBB.

 

Andreas Meyer, CEO der SBB, ist überzeugt, dass «die Nachfrage nach Bahnreisen, für schnelle Tagesverbindungen und für Nachtzüge, weiter zunehmen wird. Ich gehe davon aus, dass diese Entwicklung nachhaltig ist und die Nachfrage nach umweltfreundlicher und ressourcenschonender Mobilität vor allem bei jungen Kunden zunehmen wird».

 

Für die SBB und die ÖBB ist der Nachtverkehr ein wichtiger Bestandteil des gesamten Angebots mit einem grossen Synergiepotenzial zu den Tagesverbindungen. Ein attraktives Angebot auf der Schiene unterstützt das Ziel, den Flugverkehr im Kurzstreckenbereich auf die Bahn zu verlagern.


Les CFF et ÖBB s'engagent pour un trafic de nuit fort en Europe

 

Les CFF et ÖBB vont renforcer leur collaboration de longue date en trafic voyageurs international. Les deux réseaux partenaires entendent étendre l'offre existante en liaisons de jour et en trafic de nuit.

 

 

Aujourd'hui déjà, Zurich est le deuxième hub le plus important d'Europe en matière de trains de nuit, avec des liaisons vers Hambourg, Berlin, Vienne, Graz, Budapest, Prague et Zagreb. Il n'y a qu'à Vienne que davantage de trains de nuit partent et arrivent qu'à Zurich.

 

La demande en trafic ferroviaire international a fortement progressé au premier semestre 2019. Outre le développement progressif de l'offre, l'importance accrue du développement durable et de la protection du climat ont débouché sur de fortes augmentations de la demande de déplacements en train, respectueux de l'environnement. Depuis plusieurs années, les CFF poursuivent une stratégie de coopération nationale et internationale et ont constamment développé leur offre avec les entreprises ferroviaires des pays limitrophes.

 

Renforcement d'une collaboration de longue date

 

Afin de prendre en compte les tendances actuelles et futures en trafic voyageurs international, les CFF et Österreichische Bundesbahn (ÖBB) ont décidé de poursuivre le développement de leurs relations de jour et de nuit. Le développement de l'offre EuroCity (EC) entre Zurich–Bregenz et Munich, qui prévoit six trains par jour et par direction à partir de décembre 2020, est d'ores et déjà convenue et en cours de préparation. En vue de développer le trafic ferroviaire de nuit, les mesures suivantes ont été convenues: une extension des capacités des liaisons déjà proposées à l'heure actuelle, en particulier entre Zurich/Bâle et Berlin/Hambourg, est envisagée. Compte tenu de la forte augmentation de la demande, ces liaisons NightJet ont atteint leurs limites de capacités. Concernant l'offre existante entre Zurich et Prague, constituée actuellement de voitures-lits uniquement, la possibilité d'une extension par des voitures-couchettes est envisagée en collaboration avec les chemins de fer tchèques (CD). En outre, les deux partenaires ambitionnent d'intégrer d'autres villes d'Europe restant à définir au réseau NightJet et de les relier à la Suisse. Ensemble, les CFF et ÖBB entendent par ailleurs s'engager en faveur de conditions cadres plus favorables à l'exploitation de trains de nuit, par exemple concernant le soutien financier des trains de nuit par le biais de redevances CO2 ou l'allègement des coûts d'exploitation qui en résultent (p. ex. redevance d'utilisation des sillons).

 

Avec Nightjet, ÖBB est le plus important opérateur d'Europe en transports de nuit. Dans le cadre de collaborations actuelles, l'entreprise a nettement contribué au maintien des trains de nuit au départ de la Suisse. «Nous sommes sûrs du succès de NightJet. C'est pourquoi nous continuons d'investir et avons d'ores et déjà commandé 13 nouveaux trains NightJet de la dernière génération. La production est en cours, et les nouveaux trains seront mis en service en 2022. Ils auront un design moderne et offriront davantage encore de confort», affirme Andreas Matthä, CEO d'ÖBB.

 

Andreas Meyer, CEO des CFF, en est persuadé: «La demande de liaisons ferroviaires rapides de jour et de transports de nuit va continuer de progresser. Je pars de l'idée que cette évolution est durable et que la demande de mobilité respectueuse de l'environnement et des ressources va continuer de progresser, en particulier chez les jeunes».

 

Pour les CFF et ÖBB, le trafic de nuit est un élément important de l'offre globale, qui présente un grand potentiel de synergies avec les relations de jour. Une offre ferroviaire attrayante contribue au transfert du trafic aérien vers le rail dans le segment des courtes distances.

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Sofortmassnahmen nach tödlichem Unfall: Abfertigungsprozess überprüft und Sonderkontrolle für alle Türen der EW IV gestartet

Die SBB hat nach dem tragischen Unfall eines Chefs Kundenbegleitung den Abfertigungsprozess überprüft: Dieser ist für Mitarbeitende und Reisende sicher. Die SBB hat alle Kundenbegleiter nochmals über den bewährten Prozess informiert. Dieser muss zwingend eingehalten werden. Als weitere Sofortmassnahme unterzieht die SBB alle Türen des Wagentyps EW IV in den kommenden Wochen einer Sonderkontrolle – zusätzlich zur normalen Kontrolle der Türen, die alle sieben bis zehn Tage erfolgt. Die SBB hat eine Taskforce eingesetzt, um die Sofortmassnahmen zu erarbeiten, umzusetzen und laufend zu überprüfen. Sicherheit hat für die SBB oberste Priorität. Die Unfalluntersuchung selbst ist Aufgabe von SUST und Staatsanwaltschaft.

Einheitswagen (EW) IV auf den Gleisen vom SBB Industriewerk Olten                                                       Foto: Marcel Manhart

 

 

 

 

Sicherheit ist das höchste Gut für SBB Mitarbeitende und Kunden und das zentrale Ziel der neun Konzernziele. Die SBB unternimmt alles sinnvoll Mögliche, damit Reisende und Mitarbeitende stets sicher sind. Obwohl die genaue Unfallursache noch nicht vorliegt, hat die SBB nach dem Unfall vom 4. August 2019 Sofortmassnahmen eingeleitet.

 

Abfertigungsprozess überprüft: Die SBB hat den bestehenden Abfertigungsprozess (siehe Box) überprüft und auch mit den Sozialpartnern diskutiert. Resultat: Der Abfertigungsprozess ist für Mitarbeitende und Reisende sicher. Er bewährt sich in der Praxis. Die Kundenbegleiterinnen und -begleiter der SBB fertigen täglich tausende Züge ab. Am Wochenende hat die SBB sämtliche Kundenbegleiterinnen mit einem Schreiben nochmals über den genauen Prozess-Inhalt informiert. Dieser Prozess wird auch in der Ausbildung geschult. Jede Kundenbegleiterin, jeder Kundenbegleiter hat eine entsprechende Checkliste bei sich.

 

Sonderkontrolle beschlossen: Alle sieben bis zehn Tage kommen die Einheitswagen (EW) IV in die Instandhaltung. Dort prüfen Techniker standardmässig den Einklemmschutz bei allen Türen. Ausserdem führt die SBB in regelmässigen Abständen Unterhaltsarbeiten an den Türen aus. So wird zum Beispiel alle 240 Tage der Antrieb geschmiert. Die SBB hat beschlossen, aufgrund des tragischen Unfalls die Prüfung zu erweitern und eine Sonderkontrolle der EW IV durchzuführen. Dabei werden alle Sicherheitselemente der Einstiegstüren kontrolliert und bei Feststellen von Fehlern instandgesetzt. Es wird voraussichtlich sechs bis sieben Wochen dauern, bis alle Wagen kontrolliert sind. Pro Tag werden 10 bis 15 Wagen kontrolliert.

 

 

Versteckter Mangel entdeckt

 

Aufgrund des Unfalls analysiert die SBB zurzeit die gesamte Einklemmschutz-Technik im Detail. Dabei haben erste Tests einen bisher versteckten Mangel zutage gefördert. Dieser hat zur Folge, dass der Einklemmschutz bei EW-IV-Wagen im so genannten UIC-Modus zwar funktioniert, aber weniger sensibel reagiert als vorgegeben. Im UIC-Modus leitet der Kundenbegleiter den Schliessvorgang aller noch offener Türen ausser der eigenen ein, nachdem er sich vergewissert hat, dass alle Reisenden eingestiegen sind.

 

Die SBB hat das BAV und die SUST über diesen bisher versteckten Mangel informiert. Die SBB ist daran, die Ursache zu finden, um den Mangel zu beheben. Gemäss jetzigem Wissensstand und der Sicherheitseinschätzung der SBB ist es nicht nötig, die EW-IV-Wagen ausser Betrieb zu nehmen. Zum tragischen Unfall vom 4. August 2019, bei dem ein Chef Kundenbegleiter sein Leben verlor, besteht gemäss dem heutigen Stand der SUST-Untersuchung kein Zusammenhang.

 

 

Sofortmassnahmen gewährleisten die Sicherheit

 

Die SBB hat eine Taskforce zur Koordinierung der Arbeiten eingesetzt. Die Sofortmassnahmen, welche die SBB bis jetzt beschlossen hat, gewährleisten nach heutigem Kenntnisstand die Sicherheit von Reisenden und Mitarbeitenden. Die Taskforce wird diese Einschätzung aufgrund der Sonderkontrollen und der Untersuchungen der SUST laufend überprüfen. Sollte sich die heutige Einschätzung verändern, wird die SBB geeignete Massnahmen ergreifen, unabhängig von den Auswirkungen auf den Betrieb.

 

Die EW IV-Wagen stehen nach heutiger Planung noch bis in die 2030er-Jahre im Einsatz– ab den 2020ern nur noch als Verstärkungsmodule zusammen mit IC2000. Entsprechend werden dann noch rund 200 Fahrzeuge im Einsatz stehen. Die Zeitspanne hat keinen Zusammenhang mit den Verzögerungen bei der Einführung des FV-Dostos.

 

Seit einiger Zeit führt die SBB an den EW IV im Werk Olten werterhaltende Massnahmen aus. Sie beseitigt Korrosionen, setzt Komponenten instand und lackiert die Wagenkästen neu. Aus Kapazitätsgründen finden dieselben Arbeiten an weiteren 93 Wagen ab 2020 voraussichtlich in Deutschland statt.

 

SBB-Rollmaterial der neuen Generation verfügt im Bereich der Türen im Vergleich zu den EW IV über weitere Sicherheitselemente wie Lichtschranken und Sensoren.

 

 

Unfalluntersuchung erfolgt durch Staatsanwaltschaft und SUST

 

Die Staatsanwaltschaft und die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (SUST) untersuchen den tragischen Unfall vom 4. August 2019. Unabhängig davon führt die SBB eigene Analysen durch. Nach ersten Aussagen der SUST war der Einklemmschutz der betroffenen Wagentür zum Zeitpunkt des Unfalls nicht funktionsfähig. Der Grund dafür ist Gegenstand der laufenden Untersuchung. Die SBB hat den betroffenen Wagen am 31. Juli zum letzten Mal kontrolliert und keine Auffälligkeiten festgestellt. Die SUST hat der SBB nach der Überprüfung des Wagens bis jetzt keine Sofortmassnahmen angeordnet.

 

 

Abfertigung von Fernverkehrszügen – Meldeprozess bei der SBB

 

So funktioniert der Abfertigungsprozess: Die Chef-Kundenbegleiterin gibt dem Lokführer die Abfahrtserlaubnis per SMS oder per oranger Abfertigungskasten auf dem Perron und steigt ein. Anschliessend betätigt sie die Türschliessung mittels UIC-Schliessbefehl. Die Tür, bei der der Schliessbefehl erteilt wird, bleibt dabei offen. Dann beobachte sie vom Wageninnern bei der nächsten Türe den Schliessvorgang und schliesst dann mit dem Türschliessknopf ihre eigene Türe. Die Türverriegelung-Meldelampe im Führerstand, die bei offenen Türen leuchtet, erlischt. Der Lokführer darf nun abfahren, sofern es die betrieblichen Bedingungen erlauben.

 

Meldeprozess bei der SBB: Einzelne Mitarbeitende haben seit dem Unfall von ähnlichen Vorfällen berichtet, bei denen sie von Türen eingeklemmt wurden. Die noch laufende Analyse zeigt, dass Mitarbeitende pro Jahr eine einstellige Anzahl Berufsunfälle melden, die im Zusammenhang mit dem Ein- oder Aussteigen und Einklemmen stehen.

 

Die SBB verfügt über einen klar definierten Meldeprozess. Mitarbeitende können auch Beinaheunfälle und andere gefährliche Situationen melden, bei Bedarf auch vertraulich.

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Erste Giruno-Zugstaufe: RABe 501 003 im Tessin auf "San Gottardo" getauft

Heute Nachmittag wurde der erste Giruno-Zug im Bahnhof Bellinzona offiziell auf den Namen «San Gottardo» getauft, zugefallen ist diese Ehre dem RABe 501 003-4. In Anwesenheit der SBB Spitze, der politischen Behörden der Stadt Bellinzona sowie der Kantone Tessin, Uri und Graubünden wurde der neue Triebzug geehrt. Ab Dezember 2019 erfolgt die schrittweise Einführung der neuen Flotte auf der Nord-Süd-Achse. Neben Komfort und technischen Innovationen steht der Zug auch für die Mobilität der Zukunft. Die aktuelle Debatte um den Klimawandel hat die Nachfrage im internationalen Schienenverkehr stark ansteigen lassen.

SBB RABe 501 003-4 "San Gottardo" anlässlich der Taufe in Bellinzona                                                       Foto: Marcel Manhart

 

 

 

 

Mit dem RABe 501 003-4 taufte die SBB heute im Bahnhof Bellinzona den ersten Zug ihrer Giruno-Flotte. Giruno ist eine aus dem Rätoromanischen abgeleitete Bezeichnung für Mäusebussard. Die SBB Spitze mit CEO Andreas Meyer sowie Vertreter der städtischen und kantonalen Behörden feierten das Ereignis. Die Taufpaten Christian Vitta, Regierungsratspräsident des Kantons Tessin, Urban Camenzind, Regierungsrat und Landesstatthalter des Kantons Uri, sowie Mario Cavigelli, Regierungsrat des Kantons Graubünden, hielten Ansprachen.

 

 

Neuer Zug mit grossem Potenzial

 

Die neue Giruno-Flotte stammt vom Schweizer Hersteller Stadler Rail und besteht aus 29 Fahrzeugen, die auf der Nord-Süd-Achse von Basel/Zürich ins Tessin fahren und ab Frühjahr 2020 dann weiter bis Mailand. Die Einführung erfolgt von Dezember 2019 bis zur Eröffnung des Ceneri-Basistunnels Ende 2020. Der Giruno bietet den Passagieren in Doppeltraktion insgesamt 810 Sitzplätze. Ausserdem verfügt er über Steckdosen an allen Sitzplätzen, geschlechtergetrennte Toiletten, Multifunktions- und Veloabteile, grosse Gepäckablagen und ein modernes Beleuchtungskonzept mit energiesparenden LED-Lampen. Der gesamte Innenraum ist grosszügig und hell gestaltet. Der Niederflureinstieg für die unterschiedlichen Perronhöhen in der Schweiz, Österreich und Italien (je 55 Zentimeter) sowie Deutschland (76 Zentimeter) ist eine Premiere. Der Giruno übertrifft die Vorgaben des Behindertengesetzes (BehiG); so verfügt er etwa über doppelt so viele rollstuhlgängige Plätze und Toiletten wie vorgegeben.

 

Der Giruno steht aber nicht nur für Komfort, sondern auch für die Mobilität der Zukunft. Infolge der aktuellen Debatte um den Klimawandel stieg die Nachfrage im internationalen Schienenverkehr im ersten Halbjahr 2019 stark an. Die SBB will diese Gelegenheit nutzen.

 

Chance Ceneri 2020 für den Personenverkehr

 

Anlässlich der Giruno-Zugstaufe ist aber auch die bevorstehende Eröffnung des Ceneri-Basistunnels im Dezember 2020 zu erwähnen. Sie vollendet die neue Eisenbahn-Alpentransversale (NEAT) und schafft eine durchgehende Flachbahn durch die Alpen. Dank des Gotthard- und des Ceneri-Basistunnels wird der Personen- und der Güterverkehr von Deutschland durch die Schweiz nach Italien flüssiger und schneller.

 

Am 5. Juni 2019 unterzeichneten die SBB, die Deutsche Bahn und die Ferrovie dello Stato Italiane (italienische Staatsbahnen) die Absichtserklärung «Chance Ceneri 2020». Damit wollen die drei europäischen Partner die Kooperation für eine internationale Strategie verstärken sowie als gemeinsames Ziel die Zahl und Geschwindigkeit der Personen- und Güterverkehrsverbindungen erhöhen und die Pünktlichkeit verbessern. Toni Häne, Leiter SBB Personenverkehr, zeigt sich zuversichtlich für das Angebot 2021: «Im internationalen Personenverkehr wollen wir eine schnelle Verbindung von Zürich nach Mailand mit einer Reisezeit von rund drei Stunden anbieten. Ausserdem erweitern wir das Angebot von acht auf zehn Doppelkompositionen pro Tag und bieten neue Verbindungen nach Genua und Bologna. Gerne bestätigen wir auch die zukünftige Direktverbindung nach Venedig.» Die erneuerte Kooperation soll auch den Online-Vertrieb von internationalen Billetten vereinfachen und vereinheitlichen. So werden die Kundinnen und Kunden alle verfügbaren Sparpreise sehen und direkt buchen können.

 

Insgesamt wird der Tunnel die Fahrzeit um 15 Minuten verkürzen und die Anzahl Reisezüge von 50 auf 60 pro Tag steigen lassen. Der Giruno ist also eine grosse Chance. So unterstrich SBB CEO Andreas Meyer in seiner Ansprache auch: «Der Giruno ist ein Schweizer Zug, der durch zwei Schweizer Tunnel fährt, darunter durch den mit 57 Kilometern längsten Eisenbahntunnel der Welt. Der Giruno ist also nicht einfach nur ein Zug, sondern er verbindet die Länder und damit die Menschen Europas.» Im nationalen Verkehr verkürzt die Inbetriebnahme des Ceneri-Basistunnels die Fahrzeiten zwischen der Deutschschweiz und dem Tessin weiter. Ausserdem wird die Direktverbindung von der Deutschschweiz nach Locarno wieder eingeführt. Nicht zu vergessen ist die Bedeutung des neuen Tunnels für den Kanton Tessin, wo er die regionale Mobilität revolutioniert: Zwischen Lugano und Bellinzona sowie Locarno und Lugano halbieren sich die Reisezeiten (15 statt 30 Minuten bzw. 30 statt 60 Minuten) und bei der Verbindung Locarno–Lugano fällt das Umsteigen in Giubiasco weg.

 

 

Die weiteren Giruno-Züge

 

Die SBB bietet jedem Kanton an, einen der neuen Züge nach sich zu benennen. Dabei werden die historischen Kantonswappen der Lokomotiven Ae 6/6 wiederverwendet. Sowohl die Ae 6/6 als auch der Giruno sind Beispiele für die Schweizer Zug- und Lokomotiv-Baukunst. Lokomotiven mit Kantons- und Gemeindewappen zu schmücken, ist auf einen Brauch aus England zurückzuführen. Damals taufte jeder Kanton in einer feierlichen Zeremonie «seine» Ae 6/6. Drei der 29 Giruno-Züge werden auf die Namen «San Gottardo», «Sempione» und «Monte Ceneri» getauft, die restlichen 26 Züge werden nach den Schweizer Kantonen benannt. In den nächsten Monaten sind weitere Giruno-Zugstaufen geplant. Am 31. August folgt der Giruno «Uri», am 26. September dann «Thurgau» und am 23. November «Zürich». Im Dezember findet die Taufe des Giruno «Monte Ceneri» wieder im Tessin statt.



 

Benvenuto Giruno San Gottardo...!

 


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Ungebrochenes Wachstum beim Personenverkehr in der Schweiz

Auch im zweiten Quartal 2019 wächst in der Schweiz der Personenverkehr auf der Schiene weiter, wie der Informationsdienst für den öffentlichen Verkehr (LITRA) heute mitteilt. Der Trend nach einer Zunahme des Personenverkehrs auf der Schiene setzt sich im zweiten Quartal fort. Während der Personenverkehr auf der Schiene deutlich wächst, schwächelt der Güterverkehr.

Erfreulicher Trend beim Personenverkehr auf Schweizer Schienen                                                          Foto: Marcel Manhart

 

 

 

Bereits im ersten Quartal 2019 verzeichnete die Schiene bei den gefahrenen Personenkilometern Rekordzahlen. Der Trend nach einer Zunahme des Personenverkehrs auf der Schiene setzt sich im zweiten Quartal fort. Mit 5,33 Milliarden gefahrenen Personenkilometer wurde ein Spitzenwert erreicht – 4,8 Prozent mehr als noch im Vorjahresquartal. Ausserdem wurden in den Monaten April, Mai und Juni dieses Jahres 2,3 Prozent mehr Trassenkilometer zurückgelegt als im gleichen Zeitraum 2018.

 

Während der Personenverkehr auf der Schiene also deutlich wächst, schwächelt der Güterverkehr. Im zweiten Quartal 2019 wurden nur 3,01 Milliarden Nettotonnenkilometer auf der Bahn zurückgelegt. Im Vergleich zu den Vorjahresquartalen handelt es sich hier um einen Tiefstwert. Neben dem Rückgang der Transportleistung wurden durch den Güterverkehr auch 1,4 Prozent weniger Trassenkilometer beansprucht. Ob es sich dabei um einen Trend handelt, wird erst das zweite Halbjahr zeigen. Branche und Marktteilnehmer beobachten die Entwicklung im Schienengüterverkehr genau.

 

Bei den insgesamt gefahrenen Trassenkilometern (Personenverkehr und Güterverkehr) verzeichnete die Schiene ein Wachstum von 1,7 Prozent.

 

 

Verkehrsentwicklung

 

Der Mehrjahresvergleich zeigt das stetige Wachstum im Personenverkehr. Die kumulierte Verkehrsleistung im ersten Halbjahr 2019 liegt sogar über jener im Rekordjahr 2016. Beim Güterverkehr ist dagegen bisher keine eindeutige Tendenz zu Wachstum oder Rückgang erkennbar.



                                                    Quelle: Informationsdienst für den öffentlichen Verkehr (LITRA)


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RegioJet und WESTbahn kooperieren für die Verbindung Wien - Prag

RegioJet und WESTbahn werden künftig für den Betrieb der RegioJet-Züge, die Wien, Brünn und Prag je Richtung 4x täglich verbinden, zusammenarbeiten. Die WESTbahn wird für den Betrieb der Züge in Österreich im Abschnitt zwischen der tschechischen Grenzstation Břeclav und Wien Hauptbahnhof zuständig sein.

Künftig wird die WESTbahn für den Betrieb der RegioJet-Züge in Österreich verantwortlich sein        Foto: Marcel Manhart

 

 

 

Auf dem österreichischen Teil der Strecke wurden die Züge des RegioJet bisher operativ von der Graz-Köflacher Bahn betrieben. Der dafür abgeschlossene Vertrag läuft am 14. Dezember 2019 aus. Ab 15. Dezember 2019 wird die WESTbahn die Verantwortung dafür übernehmen, die RegioJet-Züge diesseits der Grenze zu betreiben. Das bedeutet konkret, dass Lok- und Zugführer der WESTbahn für alle betrieblichen Vorschriften im österreichischen Netz zuständig sind. Die Ticket- und Serviceaufgaben im Zug bleiben auch weiterhin auf der ganzen Strecke zwischen Prag und Wien im Aufgabenbereich der Mitarbeitenden von RegioJet.

 

WESTbahn und RegioJet kooperieren auch in anderen Bereichen. Beide Unternehmen teilen sich einen gemeinsamen Ticketshop am Wiener Hauptbahnhof. Über die eigenen Verkaufskanäle verkauft RegioJet auch Tickets für WESTbahn-Züge, die in Wien Hauptangebot als weiterführendes Zugangebot für die Züge und Busse des RegioJet fungieren.

 

 

Grosser Erfolg von RegioJet zwischen Wien und Prag

 

RegioJet hat im Dezember 2017 mit Zügen die Verbindung zwischen Wien und Prag aufgenommen. Die Züge verkehren je Richtung 4x täglich und bieten Service in vier Klassen an – enthalten sind kostenloser Kaffee, kostenloses WLAN und in jedem Sitz ein eigener Touchscreen. Anders als andere Betreiber zwischen Prag und Wien betreibt RegioJet seine profitablen Züge ohne Subventionen.

 

Nach eineinhalb Jahren Betrieb sind die beliebten Züge des RegioJet zwischen Prag und Wien im Schnitt zu 80 % ausgelastet. RegioJet als Unternehmen hat für 2018 einen Gewinn von rund 4 Millionen Euro ausgewiesen und annähernd 10 Millionen Passagiere auf allen mit Zügen betriebenen Strecken in Österreich, Tschechien und der Slowakei transportiert. Für 2019 erwartet RegioJet einen weiteren Anstieg des Gewinns in Höhe mehrerer Millionen Euro sowie einen Zuwachs bei den Passagierzahlen von rund 10 bis 15 %.

 

Im Juni hat RegioJet auch erfolgreich Anleihen in Höhe von knapp einer Milliarde CZK (36 Millionen Euro) ausgegeben. Die erhaltenen Finanzmittel sollen hauptsächlich für die Weiterentwicklung der Zugflotte eingesetzt werden. Es ist geplant, in den nächsten Jahren etwa 100 zusätzliche Waggons zu kaufen oder zu modernisieren.

 

Auf nicht subventionierter, kommerzieller Basis betreibt RegioJet Fernverkehrszüge, die Prag mit Wien, Bratislava, Košice, Brünn, Ostrava und anderen Städten verbinden. In der Slowakei fährt RegioJet im Rahmen eines gemeinwirtschaftlichen Vertrages Regionalzüge zwischen Bratislava und Komárno.

 

Ab Dezember 2019 wird RegioJet nach einer Marktselektion durch das tschechische Verkehrsministerium anstelle von České dráhy (der staatlichen tschechischen Eisenbahn) eine der zentralen überregionalen Fernverkehrslinien in Tschechien (die Brünn, Ostrava und Bohumín verbindet) betreiben. Gleichzeitig wird RegioJet auch seine Nahverkehre in der Region Ústí nad Labem region ausweiten und Regionalzüge auf drei regionalen Linien übernehmen.



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Wiener Linien 150 Jahre Öffis zum Anfassen: Interaktive Stationen machen Verkehrsmuseum Remise zum idealen Ausflugsziel

Sommer in Wien, das ist nie langweilig: Mit U-Bahn-Simulator, kuriosen Öffi-Geschichten, historischen Fahrzeugen und Mitmachstationen ist das Verkehrsmuseum Remise der Wiener Linien im 3. Bezirk ein ideales Ausflugsziel für die ganze Familie. Auf rund 5.500 Quadratmetern Ausstellungsfläche erhalten die Besucherinnen und Besucher spannende Einblicke in 150 Jahre Öffi-Geschichte – von der Pferdetramway bis zum modernen U-Bahn-Bau. Dank der vielen positiven Besucher-Bewertungen, erhielt das Museum kürzlich von der weltweit grössten Reiseplattform Tripadvisor das "Zertifikat für Exzellenz".

Ein besonderes Highlight bietet der U-Bahn-Simulator                                                                                Foto: Marcel Manhart

 

 

 

 

Warum gab es in Wien einmal Doppeldeckerbusse? Wie war es früher Schaffner zu sein? Insgesamt zeigen an die 50 verschiedenen Fahrzeuge, wie der 13A Doppelstockbus, Tramways aus der k.u.k.-Zeit und ein begehbarer, gläserner U-Bahn-Wagen die Entwicklung der Mobilität und die Technik dahinter. Das Highlight des Museums ist der U-Bahn-Simulator, bei dem Besucherinnen und Besucher einmal selbst das Steuer im „Cockpit" übernehmen können.

 

Kinder erleben mit dem Audioguide altersgerecht in 25 Minuten eine Zeitreise von der Pferdetramway bis zur U-Bahn. Die Erwachsenenversion ist in acht verschiedenen Sprachen erhältlich und unterstützt mit 112 Kapiteln die spannende Tour durch das Museum. Individuelle Führungen können jederzeit angefragt werden. Die interaktive Ausstellung mit Filmen, Fotos und Spielen liefert Antworten auf viele Fragen rund um die Öffis und macht den Besuch zu einem Erlebnis für alle Generationen.

 

 

Nächster Halt: Verkehrsmuseum Remise

 

Das Verkehrsmuseum Remise am Ludwig-Koeßler-Platz kann mittwochs von 9 bis 18 Uhr, sowie samstags und sonntags von 10 bis 18 Uhr besucht werden. Bis zum 15. Lebensjahr ist der Eintritt gratis, Jugendliche zahlen 6 Euro, Erwachsene 8 Euro. Erreichbar ist das Museum mit den Linien U3, 18, 77A und 80A (Schlachthausgasse).



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BVG plant in Berlin mehr Rufbusse am Stadtrand

Berlin und das brandenburgische Umland wachsen wieder ein Stück näher zusammen. Mit einem neuen digitalen Rufbusangebot schafft die BVG eine schnelle und komfortable Verbindung zwischen Schulzendorf sowie einem Teil von Zeuthen und dem U-Bahnhof Rudow. Drei Kleinbusse sind ab dem kommenden Montag, 5. August 2019, unter dem Namen BerlKönig BC zu pendlerfreundlichen Zeiten unterwegs. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gefördert.

BerlKönig BC  -  Der kommt ja wie gerufen...                                                                                                  Foto: Marcel Manhart

 

 

 

„Ich freue mich sehr, dass dieses neue Angebot bei uns Premiere feiert“, sagte Schulzendorfs Bürgermeister Markus Mücke bei der Vorstellung am heutigen Freitag. „Für viele Bewohner wird das eigene Auto damit bei der Fahrt nach Berlin unnötig. Davon profitieren die Menschen hier. Davon profitiert aber auch Berlin, weil weniger Pendlerautos auf den Straßen der Hauptstadt unterwegs sind. Augenzwinkernd kann man sagen, Schulzendorf bekommt einen U-Bahnhof.“

 

„Bereits die Projektidee hat uns vom ersten Tag an begeistert. Gern unterstützen wir seither die Umsetzung und freuen uns, dass unsere Region Vorreiter im Land Brandenburg sein kann. Mit dem App-basierten Angebot BerlKönig BC, einem BVG-Pilotprojekt, reagieren wir nicht nur, sondern erproben neue innovative Mobilitätslösungen. Wir danken der BVG für die Initiative, der guten Zusammenarbeit und wünschen dem Projekt viel Erfolg“, sagte Landrat Stephan Loge, dem viel daran gelegen ist, den ÖPNV im ländlichen Raum attraktiver und nutzerfreundlicher zu gestalten, um mehr Menschen zum Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel zu bewegen.

 

„Kluge, geteilte und vernetzte Mobilität ist der Schlüssel für die lebenswerten Städte und Regionen von morgen“, sagte Dr. Sigrid Nikutta, Vorstandsvorsitzende der BVG. „Die BVG gestaltet diese Zukunft aktiv mit – mit ihren Bussen und Bahnen natürlich, aber auch mit neuen und passgenauen digitalen Angeboten wie diesem.“

 

 

Bequeme Buchung per App

 

Gebucht werden die Fahrten im BerlKönig BC bequem per App. Sie wurde entwickelt von ViaVan, einem Joint Venture von Mercedes-Benz Vans und dem Technologieunternehmen Via. Gemeinsam mit der BVG hat ViaVan in Berlin bereits mit grossem Erfolg den BerlKönig eingeführt. Wie dort berechnet der intelligente Algorithmus von Via auch zwischen Schulzendorf und Rudow die genauen Fahrstrecken so, dass sich mit minimalen Umwegen möglichst viele Fahrgäste ein Fahrzeug teilen können.

 

Fahrgäste, die ihre Fahrt per App gebucht haben, holt auch der BerlKönig BC an virtuellen Haltepunkten nahe dem gewünschten Startort ab. Das Ziel ist bei der BC-Variante hingegen fest definiert. Alle Fahrten enden (bzw. beginnen in Gegenrichtung) am U-Bahnhof Rudow, wo eine schnelle Schienenverbindung in die Berliner Innenstadt besteht.

 

Ein weiterer Unterschied: Im BerlKönig BC gilt der VBB-Tarif BC. Zusätzlich fällt ein Zuschlag von 0,50 Euro pro Fahrt an, der mit Kreditkarte oder PayPal bargeldlos bezahlt werden kann.

 

Unterwegs sind die Kleinbusse montags bis freitags von 5 bis 9 Uhr und 14 bis 20 Uhr. Zum Einsatz kommen im Testbetrieb Kleinbusse mit zehn Sitzplätzen, die bereits jetzt, überwiegend im Nachtverkehr auf BVG-Linien unterwegs sind. Gefahren werden sie – wie auf den Nachtbuslinien – von der Taxiinnung Berlin. Natürlich sind die Busse auch für die Mitnahme von Rollstühlen geeignet.

 

Das Brandenburger Landesamt für Bauen und Verkehr hat den nun beginnenden Testbetrieb unter der Liniennummer 740 genehmigt. Er wurde vorab mit dem Landkreis Dahme-Spreewald, dem VBB und dem regionalen Verkehrsunternehmen RVS abgestimmt.

 

 

Da kommt noch mehr

 

Nach dem Start in Schulzendorf sind bereits weitere mögliche Einsatzgebiete für den BerlKönig BC in Planung. Für eine schnellere Anbindung an den Berliner Nahverkehr auf der Schiene gibt es Überlegungen, künftig zwischen Leegebruch (Landkreis Oberhavel) und dem U-Bahnhof Alt-Tegel zu fahren, zwischen Heiligensee und ebenfalls Alt-Tegel sowie zwischen Altlandsberg (Landkreis Märkisch Oderland) und dem U-Bahnhof Hönow.

 

Das Förderprojekt ist befristet bis Ende 2020. Das Budget beträgt rund zwei Millionen Euro. Die Hälfte davon, also 1 Million Euro, wird durch Fördermittel des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur im Rahmen der Förderrichtlinie „Digitalisierung kommunaler Verkehrssysteme“ finanziert.



Gebucht  werden die  Fahrten im BerlKönig BC  bequem  per  App.  Sie  wurde  entwickelt  von ViaVan, einem  Joint  Venture

von  Mercedes-Benz  Vans  und  dem  Technologieunternehmen  Via.                                                         Fotos: Marcel Manhart


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SBB fährt bis 2027 weiter auf dem „Seehas“ und der Wiesentalbahn

Das Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg hat sich mit der SBB GmbH, der deutschen Tochter der Schweizerischen Bundesbahnen, über den künftigen Zuschussbedarf für den „Seehas“ und die Wiesentalbahn geeinigt. Die SBB wird damit den „Seehas“ (Konstanz - Singen - Engen) und die Wiesentalbahn (S5 Weil – Lörrach – Steinen und S6 Basel SBB – Lörrach – Zell) bis Dezember 2027 weiter betreiben.

SBB Seehas am Bahnhof Singen (Htw):  Das bisher bewährte Angebot wird fortgeführt                     Foto: Marcel Manhart

 

 

 

Hierzu sagte der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann: „Wir sind weiterhin mit der Leistung der SBB auf den beiden Strecken sehr zufrieden. Sowohl die Pünktlichkeit als auch die Zuverlässigkeit der SBB sind deutlich höher als bei einigen anderen Bahnen in Baden-Württemberg. Wir haben uns deshalb zum jetzigen Zeitpunkt gegen die Kündigung der Verträge und gegen eine Neuausschreibung entschieden“.  

 

Der Geschäftsführer der SBB GmbH, Patrick Altenburger, sagte hierzu: „Wir freuen uns über die Vertragsverlängerung sowie die weitere Zusammenarbeit und danken dem Verkehrsministerium und dem Landkreis Konstanz für das Vertrauen und die Wertschätzung unserer Leistung. Am Schluss zählt, was bei den Kunden ankommt, und diese Leistung wird jeden Tag neu produziert. Sie funktioniert nur, wenn alle Beteiligten am gleichen Strang ziehen. Deshalb geht der Dank auch an alle Mitarbeitenden von Betrieb, Infrastruktur und Fahrzeugunterhalt für ihren Einsatz, jeden Tag, 24 Stunden und über das ganze Jahr.

 

 

Die Fahrgäste können sich also über die Fortführung des bewährten Verkehrsangebotes im Halbstundentakt freuen:

  • Beim „Seehas“ wurden sogar weitere Verbesserungen mit der SBB vereinbart: So ist künftig die Fahrradmitnahme entsprechend den landesweiten Regelungen Montag bis Freitag ab 9 Uhr, sonst ganztägig kostenlos. Allerdings ist das Platzangebot für Fahrräder noch begrenzt. Um die kostenlose Fahrradmitnahme umsetzen zu können, muss ein Teil der Züge verlängert werden. Das ist aus technischen Gründen in einem zweiten Schritt erst ab Dezember 2020 möglich. Insgesamt werden 83.000 Zugkilometer jährlich, die bisher nur mit einem Triebwagen verkehren, ab Dezember 2020 mit zwei aneinander gekoppelten Triebwagen gefahren. Das heißt, das Platzangebot wird verdoppelt.   
  • Auch auf der Wiesentalbahn, auf der die Fahrradmitnahme schon heute nach 9 Uhr kostenlos ist, wird das Angebot fortgeführt. Züge in der Hauptverkehrszeit mit weiteren Wagen zu verlängern, ist hier nicht möglich, weil die Bahnsteige nicht lang genug sind. Das Land beabsichtigt aber, in der Hauptverkehrszeit zwischen Basel Badischer Bahnhof und Lörrach Hbf. den 15-Min-Takt einzuführen, sobald hierfür die infrastrukturellen Voraussetzungen geschaffen sind.

 

Beim „Seehas“ beteiligt sich der Landkreis Konstanz an der Finanzierung des Angebotes, weil das Zielkonzept des Schienenpersonennahverkehrs des Landes im weniger nachgefragten Abschnitt Singen – Engen den Halbstundentakt nur zur Hauptverkehrszeit vorsieht. Hierzu sagte Landrat Zeno Danner: „Der Kreistag und ich sehen es als immens wichtig an, dass im ganzen Landkreis eine einheitliche Bedienung stattfindet. Deshalb finanziert der Landkreis auch eine ganze Reihe von Schienen-Verkehren im Landkreis, um Lücken zu schließen, so auch die zusätzlichen Verkehrsleistungen zwischen Singen und Engen. Uns war aufgrund der hohen Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit der SBB wichtig, den Vertrag möglichst mit ihr zu verlängern. Ich freue mich deshalb jetzt ganz besonders.“

 

Verkehrsminister Hermann ergänzte: „Ich freue mich sehr, dass der Landkreis Konstanz beim ‚Seehas‘, aber auch bei anderen Strecken im Kreisgebiet, weiterhin unser Finanzierungspartner ist. Mit vereinten Kräften ist es uns möglich, in unmittelbarer Nähe zur Schweiz einen sehr attraktiven Nahverkehr auf der Schiene anzubieten.“

 

Aus vergaberechtlichen Gründen enden die Verträge des Landes mit der SBB zum Dezember 2027. Der „Seehas“ wird dann zusammen mit der Schwarzwaldbahn neu ausgeschrieben. Die Wiesentalbahn soll dann zusammen mit den Verkehrsleistungen auf der elektrifizierten Hochrheinstrecke neu vergeben werden.

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