· 

Grünes Licht für die S-Bahn Liechtenstein; dazu soll im Ländle ein Fernverkehrshalt realisiert werden

Nach erfolgreichen Verhandlungen zwischen dem Fürstentum Liechtenstein, der Republik Österreich und den ÖBB, wurde heute von Österreichs Klimaschutz- und Mobilitätsministerin Leonore Gewessler und Liechtensteins zuständigem Regierungschef-Stellvertreter Daniel Risch die abschliessende Absichtserklärung für das Projekt S-Bahn Liechtenstein abgegeben. Die geplante S-Bahn Liechtenstein soll die bestehende S-Bahn Vorarlberg und die S-Bahn St. Gallen zu einem regionalen Gesamtsystem verbinden. In Ergänzung zum Nahverkehrsangebot soll in Zukunft auch ein Fernverkehrshalt in Nendeln realisiert werden.

Das Haltestellengebäude von Schaanwald steht seit 1999 unter Denkmalschutz                                   Foto: Marcel Manhart

 

  • Auf der gesamten Strecke von der Staatsgrenze in Schaanwald bis südlich von Nendeln wird die bestehende Eisenbahnstrecke auf einer Länge von ca. 3.9 Kilometer auf Doppelspur ausgebaut. Weitere 700 Meter Doppelspur kommen auf österreichischem Staatsgebiet zu liegen.

 

  • Der Doppelspurausbau ist notwendig, damit die gleichzeitig in Feldkirch und Buchs abfahrenden S-Bahn Züge sich kreuzen können. Dies erst ermöglicht die Einführung des für die S-Bahn bedeutsamen Halbstundentakts.

 

 

 

Die aktuell nicht mehr bediente Haltestelle Schaanwald wird für eine optimale Erschliessung (u.a. auch der Gemeinde Mauren) in Richtung Nendeln verschoben und neu erstellt. Die Haltestellen in Nendeln, Schaan-Forst und Schaan-Vaduz werden komplett erneuert; ausserdem wird auf dem österreichischen Streckenabschnitt eine neue Haltestelle "Tosters" erstellt. Auf der gesamten Strecke von der Staatsgrenze in Schaanwald bis südlich von Nendeln wird die bestehende Eisenbahnstrecke auf einer Länge von ca. 3.9 Kilometer auf Doppelspur ausgebaut. Weitere 700 Meter Doppelspur kommen auf österreichischem Staatsgebiet zu liegen. Der Doppelspurausbau ist notwendig, damit die gleichzeitig in Feldkirch und Buchs abfahrenden S-Bahn Züge sich kreuzen können. Dies erst ermöglicht die Einführung des für die S-Bahn bedeutsamen Halbstundentakts.

  • Auf der gesamten Strecke von der Staatsgrenze in Schaanwald bis südlich von Nendeln wird die bestehende Eisenbahnstrecke auf einer Länge von ca. 3.9 Kilometer auf Doppelspur ausgebaut. Weitere 700 Meter Doppelspur kommen auf österreichischem Staatsgebiet zu liegen.

 

  • Der Doppelspurausbau ist notwendig, damit die gleichzeitig in Feldkirch und Buchs abfahrenden S-Bahn Züge sich kreuzen können. Dies erst ermöglicht die Einführung des für die S-Bahn bedeutsamen HalbstundentaktsDer Doppelspurausbau ist notwendig, damit die gleichzeitig in Feldkirch und Buchs abfahrenden S-Bahn Züge sich kreuzen können. Dies erst ermöglicht die Einführung des für die S-Bahn bedeutsamen HalbstundentaktsDer Doppelspurausbau ist notwendig, damit die gleichzeitig in Feldkirch und Buchs abfahrenden S-Bahn Züge sich kreuzen können. Dies erst ermöglicht die Einführung des für die S-Bahn bedeutsamen Halbstundentakts.

 

Die geplante S-Bahn Liechtenstein soll die bestehende S-Bahn Vorarlberg und die S-Bahn St. Gallen zu einem regionalen Gesamtsystem verbinden. Damit wird das Nahverkehrsangebot zwischen Feldkirch und dem schweizerischen Buchs, entlang der bestehenden Streckenführung und über liechtensteinisches Staatsgebiet, verbessert. Ausserdem erhält der vor allem aus Vorarlberg stammende Pendlerverkehr eine attraktive Alternative.

 

In Ergänzung zum Nahverkehrsangebot durch die geplante S-Bahn Liechtenstein soll in Zukunft auch ein Fernverkehrshalt in Liechtenstein realisiert werden. Bei der Haltestelle Nendeln werden dazu die baulichen Voraussetzungen geschaffen: Neben zusätzlichen Gleisanlagen und neuer Bahnhofinfrastruktur sind auch Strassenbaumassnahmen und Niveaufreimachungen Bestandteil des S-Bahn Projekts. Der Halbstundentakt an den teilweise neuen S-Bahn-Haltestellen und der Fernverkehrshalt in Nendeln soll auch Verbesserungen für den Busbetrieb im Unterland bringen und zusätzliche Möglichkeiten für das Angebot im Oberland eröffnen.

 

Die veraltete Bahntechnik wird durch den Einbau neuer Komponenten auf einen zeitgemässen Standard gebracht. Dazu gehören insbesondere neue Signal- und Schrankensteuerung, die Anbindung an ein elektronisches Stellwerk, usw.

 

 

Investitionen in den Klimaschutz, umweltfreundliche Mobilität

 

"Das Projekt ist ein wichtiger Beitrag für eine Mobilitätswende in der Region, das dazu beiträgt die Klimaziele zu erreichen. Gerade jetzt in der Corona-Krise sind Investitionen in den Klimaschutz wichtig, da sie die Wirtschaft ankurbeln und Jobs für viele Menschen schaffen“, betont Klimaschutzministerin Leonore Gewessler.

 

"Wenn wir die wachsende Nachfrage nach Mobilität möglichst umweltfreundlich und nachhaltig erfüllen, wird Liechtenstein auch in Zukunft ein attraktiver Lebens- und Wirtschaftsstandort sein. Die Realisierung der S-Bahn Liechtenstein ist in diesem Zusammenhang ein wichtiges Projekt“, unterstrich Regierungschef-Stellvertreter Daniel Risch.

 

 

Finales Arbeitsgespräch Corona-bedingt am Telefon

 

Die beiden RegierungsvertreterInnen hatten heute dazu das finale Arbeitsgespräch geführt. Aufgrund der derzeit besonderen Situation sprachen Gewessler und Risch telefonisch und nicht wie üblich im Rahmen eines persönlichen Treffens. Im Rahmen des Arbeitsgesprächs wurde die gegenseitige Unterzeichnung einer "Absichtserklärung über die Realisierung des Vorhabens der S-Bahn Liechtenstein“ beschlossen, die eine verursachergerechte und faire Kostenaufteilung für beide Projektpartner beinhaltet. In Folge geht es nun darum, die für die Projektumsetzung notwendigen Schritte in die Wege zu leiten. Diese umfassen in beiden Ländern eine abschliessende Entscheidung über die Finanzierung und Umsetzung des Projekts.

 

Die engen und freundschaftlichen Beziehungen auf Regierungs- und Verwaltungsebene unterstützten bereits die sachlichen und zielgerichteten Verhandlungen, die nach mehrjähriger Unterbrechung innerhalb einer relativ kurzen Zeitspanne wiederaufgenommen und für alle Seiten erfolgreich abgeschlossen wurden.

 

 

Vorarlberger Landesregierung: Stellungnahme Landesrat Johannes Rauch

 

Zum Projekt S-Bahn Liechtenstein gibt es positive Nachrichten aus Wien und Vaduz. In den letzten Monaten wurden die Verhandlungen zur Finanzierung zwischen dem Fürstentum Liechtenstein und der Republik Österreich intensiv geführt und nun zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht. "Es freut mich sehr, dass nun die S-Bahn Liechtenstein unter Bundesministerin Leonore Gewessler Realität wird“, sagt Umwelt- und Mobilitätslandesrat Johannes Rauch. "Ganz besonderen Dank gilt auch meinem Regierungskollegen auf Liechtensteiner Seite Verkehrsminister Daniel Risch. Die S-Bahn Liechtenstein ist ein wichtiges Zeichen für eine klimafreundliche Mobilitätswende und ein sehr wichtiges Infrastrukturvorhaben für die Region.“

 

Das Infrastrukturprojekt S-Bahn Liechtenstein spielt für die Verbesserung des grenzüberschreitenden Öffentlichen Verkehrs zwischen Vorarlberg, Liechtenstein und der Schweiz eine zentrale Rolle. Kernstück des Projektes ist der zweigleisige Ausbau zwischen Tisis und Nendeln, der die Voraussetzungen für einen Halbstunden-Takt auf der S-Bahn schafft. Der umfassende Ausbau des Taktangebotes auf „der Liechtensteiner-S-Bahnlinie“, in Feldkirch und Buchs gut vernetzt mit der Vorarlberger und St. Galler S-Bahn, ermöglicht ein gut abgestimmtes Gesamtsystem mit Bus und Bahn, von dem die gesamte Region profitiert.

 

Für Landesrat Rauch ist der Bahnverkehr das Mobilitätsrückgrat im Vierländereck und das S-Bahn-Projekt somit ein wichtiges Infrastrukturvorhaben. "Bereits bei meinem ersten Treffen mit dem damaligen Infrastrukturminister Alois Stöger habe ich auf die grosse Bedeutung des S-Bahn Projekts für unsere Region hingewiesen“, erinnert sich Rauch. Hartnäckig blieb er auch bei den darauffolgenden Infrastruktur-MinisterInnen: Nach Stöger kam Gerald Klug, dann Jörg Leichtfried, dann Norbert Hofer gefolgt von Valerie Hackl und Andreas Reichhardt. Auch beim Antrittsbesuch bei der gegenwärtigen Ministerin Leonore Gewessler setzte Landesrat Rauch die S-Bahn Liechtenstein als wichtiges Infrastrukturvorhaben für Vorarlberg auf die Tagesordnung.

 

Dass das Rezept "Angebot schafft Nachfrage" funktioniert, zeigt in Vorarlberg die Entwicklung von Fahrgastzahlen, die mit dem sukzessiven Angebotsausbau im ÖV in den letzten zehn Jahren verdoppelt werden konnte. Das Projekt S-Bahn Liechtenstein stellt nun eine wesentliche Investition in die Zukunft der Region und in Zeiten von Corona auch eine wichtige Entscheidung für die klimafreundliche Ankurblung der Konjunktur dar. „Die Umsetzung der S-Bahn Liechtenstein sorgt nicht nur für ein klimaschonendes Mobilitätsangebot, sondern kurbelt auch die Wirtschaft in der Region an“, erklärt LR Rauch.

 

Neben den Fahrgästen selbst profitieren auch der Wirtschaftsstandort von der besseren Anbindung, insbesondere durch die Verringerung von Verkehrsüberlastung und der Verringerung des Stellplatzbedarfs bei den Unternehmen von Weltrang. Das Infrastrukturprojekt kurbelt die Konjunktur an und sichert Arbeitsplätze in der Region. Aber auch die Wohnbevölkerung profitiert durch eine bessere Anbindung mehrerer Feldkircher Stadtteile und einer Entlastung von Lärm- und Schadstoffemissionen aufgrund der erwarteten Verlagerung von Verkehren von der Straße auf die Schiene.

 

 

Leistungsfähige Bahnverbindung für die Region – Neue Haltstelle Tosters für LKH

 

Die S-Bahn Liechtenstein ist ein wichtiges Infrastrukturvorhaben für Vorarlberg, Liechtenstein und die Schweiz. Die Region Feldkirch-Buchs ist ein dichter Lebens- und Wirtschaftsraum mit vielen grenzüberschreitenden Beziehungen. Dieser benötigt eine leistungsfähige Bahnverbindung. Die S-Bahn umfasst einen zweigleisigen Ausbau der Teilstrecke Tisis – Nendeln als Voraussetzung für eine Taktverdichtung auf der Strecke nach Liechtenstein. Für einen zeitgemässen Öffentlichen Verkehr soll die Verbesserung des Nahverkehrsangebots zwischen Feldkirch und Buchs mittels Einführung eines Halbstundentakes mit optimalen Anschlüssen in Feldkirch und Buchs ermöglicht werden. Daneben ist eine Aufwertung der Bahnhaltestellen, unter anderem mit einer neuen attraktiven Haltestelle Tosters (im Bereich Tosters / Tisis-LKH) geplant. Die modernisierte Schnellbahn könnte damit eine attraktive Mobilitätslösung für die Grenzregion bieten – ganz ohne Stau. Auch würde dadurch eine wichtige Querverbindung zwischen den Bahnnetzen von Liechtenstein, Vorarlberg und St. Gallen/ Schweiz gestärkt werden.


                  Mobilitätskonzept 2030

Download
Mobilitätskonzept 2030
Regierung des Fürstentums Liechtenstein
Mobilitaetskonzept_2030.pdf
Adobe Acrobat Dokument 8.8 MB

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bild rechts:
Aktuelles LIEmobil Busangebot 2020

 



UPDATE vom 5. Mai 2020

Regierung verabschiedet Bericht und Antrag betreffend die Genehmigung eines Verpflichtungskredites für eine S-Bahn Liechtenstein

 

 

Nach erfolgreichen Verhandlungen mit der Republik Österreich und den ÖBB sowie der gegenseitigen Unterzeichnung der Absichtserklärung über die Realisierung der S-Bahn Liechtenstein hat die Regierung an ihrer Sitzung vom 5. Mai 2020 den Bericht und Antrag betreffend die Genehmigung eines Verpflichtungskredites für den Ausbau der Eisenbahnstrecke Feldkirch - Buchs für eine S-Bahn Liechtenstein zuhanden des Landtags verabschiedet.

 

Die Regierung legt damit den Finanzbeschluss über die Genehmigung eines Verpflichtungskredites für die Bahninfrastruktur-, die Haltestellen- sowie die Strassenausbauten für die Realisierung des Projekts der S-Bahn Liechtenstein dem Landtag zur Beschlussfassung vor. Zudem wird dem Landtag die Vereinbarung über Realisierung, Erhalt, Betrieb und Erneuerung der internationalen Eisenbahnverbindung Feldkirch-Buchs SG auf dem Staatsgebiet des Fürstentums Liechtenstein im Rahmen des Projekts S-Bahn Liechtenstein zur Genehmigung unterbreitet. Weiter soll der Landtag die Regierung im Rahmen der Behandlung des Bericht und Antrags beauftragen, in Abhängigkeit der Realisierung der S-Bahn Liechtenstein, eine vertiefte Variantenprüfung zur Entlastung des Dorfzentrums von Schaan durchzuführen und in enger Abstimmung mit der Gemeinde Schaan die bevorzugte Variante voranzutreiben.

 

Die Regierung hat sich bei der Erarbeitung des Mobilitätskonzepts 2030 ausdrücklich für die Förderung des öffentlichen Verkehrs ausgesprochen und die S-Bahn mit ihren multifunktionalen Schnittstellen bei den Bahnhöfen als eines der zehn Leitprojekte definiert. Im Bericht und Antrag werden entsprechend die für die Realisierung der S-Bahn Liechtenstein notwendigen Ausbauten der Infrastruktur, der erforderliche Raumbedarf sowie die Kosten erläutert, die Potenziale aufgezeigt und die finanziellen Auswirkungen dargelegt. Die Investitionen auf liechtensteinischem Hoheitsgebiet belaufen sich dabei auf total CHF 122 Mio., wovon der liechtensteinische Anteil CHF 66.5 Mio. bzw. 54.5% beträgt (Anteil Österreich CHF 55.6 Mio. bzw. 45.5%). In Bezug auf die Gesamtinvestitionen auf dem grenzüberschreitenden Streckenabschnitt zwischen Feldkirch und Buchs von CHF 197 Mio. beträgt der Anteil Liechtensteins 33.8% und der Anteil Österreichs 66.2%.

 

Mit diesen Aufwendungen soll eine S-Bahn Liechtenstein realisiert werden, welche die bestehenden S-Bahnen Vorarlberg und St. Gallen zu einem regionalen Gesamtsystem verbindet. Die S-Bahn funktioniert dabei als Grobverteiler, welche durch ein abgestimmtes Bussystem als Feinverteiler ergänzt wird. Dies soll mit einem abschnittsweisen, zweigleisigen Ausbau zwischen Feldkirch und Buchs, der Adaptierung der bestehenden Haltestellen sowie mit einem deutlich verbesserten Bahnangebot erreicht werden. Auf diese Weise erhält der vor allem aus Vorarlberg stammende Pendlerverkehr eine attraktive Alternative. Die Realisierung der S-Bahn wird aber auch eine grundsätzliche Anpassung des ÖV-Netzes und des ÖV-Fahrplans im Unterland und in Schaan auslösen und zusätzliche Möglichkeiten für allfällige neuen Linien sowie eine Verdichtung des Takts für die Anbindung und Angebote im Oberland eröffnen.

 

In Ergänzung zum Nahverkehrsangebot soll auch ein Fernverkehrshalt in Nendeln realisiert werden. Neben zusätzlichen Gleisanlagen und neuer Bahnhofinfrastruktur bei der Haltestelle Nendeln sind auch weitere Strassenbaumassnahmen und Niveaufreimachungen Bestandteil des S-Bahn-Projekts. Im Bericht und Antrag werden ausserdem die Potenziale benannt, die durch einen möglichen Bau der S-Bahn entstehen. Beispielsweise können mit einem Neubau der Haltestellen wichtige Impulse für die Siedlungsentwicklung im Einzugsgebiet der Haltestellen geschaffen werden. Das Fahrgastpotenzial kann mit einer sowohl auf den Langsamverkehr, die Busanbindung als auch den Individualverkehr ausgerichteten Erschliessung der Haltestellen besser erreicht werden.

 

Die Regierung erachtet den geplanten bestandsnahen Bahnausbau im Unterland als zwingende Voraussetzung für eine mögliche künftige Fortsetzung ins Liechtensteiner Oberland. Die Erschliessung des Raums Vaduz-Triesen-Balzers erfolgt vorerst durch eine Busanbindung an die nächstgelegenen Bahnhaltestellen in Schaan, Sevelen oder Trübbach/Sargans. Damit würden auch die Talgemeinden im Liechtensteiner Oberland direkt von einer besseren und schnelleren Erschliessung profitieren. Im weiteren Verlauf ist eine allfällige Fortsetzung der Eisenbahn ins Oberland zu prüfen.




Kommentar schreiben

Kommentare: 0