Weniger als zwei Jahre nach Vertragsunterzeichnung haben Stadler und die SBB heute im Stadler-Werk in Valencia (Spanien) das finale Design der neuen EURO DuFour-Lokomotive für SBB Cargo Schweiz vorgestellt. Die Lokomotive ist das künftige Flaggschiff des Schienengüterverkehrs in der Schweiz.
Das Design nimmt verschiedene Elemente der SBB Flotte auf.
Dazu zählen das schwarze Fensterband und das gestreifte SBB Signet Foto: Stadler
Im September 2024 bestellte SBB Cargo Schweiz eine erste Tranche von 36 modernen Streckenlokomotiven vom Typ «EURO DuFour» bei Stadler (siehe SBB-Medienmitteilung). Für weitere 93 Fahrzeuge bestehen Optionen. Heute konnten die SBB und Stadler der Öffentlichkeit erstmals das neue Aushängeschild des Güterverkehrs der Zukunft präsentieren. Die Lokomotive erscheint im klassischen SBB Rot. Sie symbolisiert damit die Stärkung des Güterverkehrs als eine der Kernaufgaben der SBB.
Das Fahrzeugdesign setzt auf eine hohe Wiedererkennung der Lok, die langfristig die einzige Streckenlokomotive im Besitz von SBB Cargo Schweiz sein wird. Verschiedene visuelle Elemente der bestehenden SBB Flotte finden sich auf der neuen Güterlok wieder. So erinnern zum Beispiel das schwarze Fensterband und das gestreifte SBB Signet an der Seite an die ikonische Lokomotive Re 460 aus dem Personenverkehr
«Die SBB bekennt sich zu einem starken Güterverkehr. Dafür steht die neue Güterlokomotive», sagt Alexander Muhm, Leiter Güterverkehr der SBB. «Die Lok setzt technisch einen neuen Standard: Sie ist energiesparend, leistungsfähig und gerüstet für zukünftige Innovationen. Eine moderne und effiziente Flotte ist die Voraussetzung für einen erfolgreichen Schienengüterverkehr der SBB.»
Innovationen für einen effizienten Schienengüterverkehr
Drei technische Eigenschaften sind für einen effizienten Betrieb im Schweizer Schienengüterverkehr besonders wertvoll:
- Weniger Verschleiss: Die Lokomotive passt perfekt zum kurvenreichen Schweizer Schienennetz. Dank weiterentwickeltem Drehgestell mit integriertem Lenkungssystem fährt sie sehr gleisschonend. Das verringert den Verschleiss der Schieneninfrastruktur gegenüber anderen Güterloks am Markt um 20 Prozent. Das spart Kosten für SBB Cargo Schweiz und SBB Infrastruktur.
- Weniger Stromverbrauch: Dank dem modernem elektrischen Antrieb sowie einem innovativen Abstellkonzept benötigt die «EURO DuFour» im Betrieb 15 Prozent weniger Strom als die aktuelle Flotte. Das zahlt auf die Nachhaltigkeitsziele der SBB ein.
- Weniger Rangierfahrten: 22 von 36 Fahrzeugen der ersten Tranche werden zusätzlich zum Elektroantrieb mit einem Batterieantrieb ausgestattet sein. Mit diesem sogenannten Last-Mile-Modul kann die Streckenlokomotive auch auf Gleisen ohne Oberleitung fahren. So können diese Loks auch die ersten und letzten Kilometer von der Abholung bis zur Zustellung von Gütern direkt beim Kunden übernehmen. Das optimiert den Betrieb, indem zusätzliches Manövrieren mit einer Rangierlok wegfällt.
Die Streckenlokomotive trägt in der Schweiz die Typenbezeichnung «Re 494» respektive «Rea 494» für die Fahrzeuge mit Batteriemodul. Die Fahrzeuge werden im Stadler-Werk in Valencia (Spanien) gebaut. Im zweiten Halbjahr 2026 wird das Fahrzeug im Testring Velim (Tschechien) auf Herz und Nieren geprüft. Im Jahr 2027 kommt die Lok für die Zulassung erstmals in die Schweiz. Es folgen Tests, ab Ende 2027 startet die Erprobung im Betrieb von SBB Cargo Schweiz. Die Auslieferung der 36 Lokomotiven (davon 22 mit Last-Mile-Modul) der ersten Bestelltranche erfolgt kontinuierlich bis März 2029.




Kommentar schreiben