Der Bahnhof Landquart wird umfassend erneuert

Heute begingen die Rhätische Bahn (RhB) und die SBB in Anwesenheit von Christian Florin, Leiter Infrastruktur RhB, Felix Bissig, Leiter SBB Infrastruktur Projektmanagement Region Ost, und Andreas Thöny, Gemeindepräsident Landquart den Spatenstich zu den Vorarbeiten des Grossprojekts «Umbau Gleis- und Perronanlage Landquart». Bis 2032 werden insgesamt 365 Millionen Schweizer Franken in die Modernisierung des für Graubünden sehr wichtigen Bahnhofes und Eingangstors investiert.

Spatenstich und Präsentation des Grossprojekts Phase B am Bahnhof Landquart                 Foto: Marcel Manhart

 

 

 

Die RhB und die SBB haben die Bauarbeiten zur Modernisierung des Bahnhofs Landquart gestartet (Phase B). Herzstück des Projekts bildet das gemeinsame Mittelperron für den komfortableren und zeitsparenden Umstieg zwischen den Zügen der RhB und SBB. Durch das gemeinsame Perron kann bei beiden Bahnen je ein zusätzliches Gleis mit Perron realisiert werden. Dies bildet den Grundstein für das zukünftige Angebotskonzept. Darüber hinaus werden die Gleis- und Perronanlagen modernisiert und teilweise verlängert, um der neuen Fahrzeugflotte der RhB zu entsprechen.

 

Die Perrons werden mit neuen einheitlichen Dächern ausgestattet, auf denen transluzente Photovoltaik-Anlagen installiert werden. Die neuen Installationen schaffen eine angenehme, helle Atmosphäre auf den Perrons und leisten gleichzeitig durch die grosse Fläche einen relevanten Beitrag zur nachhaltigen Stromproduktion. Die neuen Perrons werden mit einer breiten und hellen Personenunterführung verbunden. Für den Güterverkehr werden bei beiden Bahnen Annahme- und Zirkulationsgleise erweitert. Damit die neuen Gleise sicher bedient werden können, wird zudem in einem ersten Schritt am nördlichen Perronende ein neues gemeinsames Bahntechnikgebäude erstellt.

 

Im Rahmen der Vorarbeiten werden 2026 die Installationsplätze, Kabeltiefbauarbeiten und Fundamente erstellt. Auch wird das neue Dienstgebäude erstellt. Die Hauptarbeiten starten im Frühjahr 2027. Anlässlich des Spatenstichs zu diesen Vorarbeiten meinte Christian Florin, Leiter Infrastruktur RhB: «Mit dem gemeinsamen Mittelperron können wir für unsere Fahrgäste einen wesentlichen Mehrwert bieten. Wir freuen uns auf die neue Anlage». Und Felix Bissig, Leiter SBB Infrastruktur Projektmanagement Region Ost doppelt nach: «Der heutige Bahnhof Landquart ist in die Jahre gekommen. Mit der neuen Perronanlage und der hellen Unterführung schaffen wir für die Reisenden einen sehr ansprechenden Verkehrsknoten». Die Gesamtkosten dieses Teilprojektes werden auf 365 Millionen Schweizer Franken veranschlagt. Die Eröffnung der neuen Anlage ist auf 2032 vorgesehen.

 

 

Gesamtprojekt Landquart – Blick zurück und in die Zukunft

 

Die Rhätische Bahn befindet sich in einer tiefgreifenden Modernisierungsphase und hat in den letzten Jahren viel in die Erneuerung ihrer Fahrzeugflotte und Infrastrukturanlagen investiert. Das neue Rollmaterial besteht vermehrt aus Trieb- und Gliederzügen, die im Unterhalt nicht mehr getrennt werden, weshalb die bestehenden Werkstätten an das neue Rollmaterial angepasst werden müssen. Die Anpassungen betreffen nicht nur die Werkstätten selbst, sondern auch weite Teile im und um den Bahnhof Landquart. Das Grossprojekt «Erneuerung und Umbau Bahnhof Landquart» besteht aus verschiedenen zusammenhängenden Teilprojekten, die gestaffelt ausgeführt werden. Die ersten Bauarbeiten begannen bereits im Mai 2018. Für das Grossprojekt wird insgesamt ein Investitionsvolumen von rund 680 Millionen Franken veranschlagt.

 

 

Abgeschlossene und laufende Projekte

 

 

Neubau Infrastrukturstützpunkt

 

Nach 22 Monaten Bauzeit übergab die RhB im März 2020 den neuen Infrastrukturstützpunkt in Landquart an die Mitarbeitenden des Geschäftsbereichs Infrastruktur.Der Neubau umfasst 43'000 m³ Gebäudevolumen und 1'000 m² Bürofläche mit 90 modernen Arbeitsplätzen. Das Gebäude ist mit Schienenfahrzeugen befahrbar. Im Erdgeschoss befinden sich Werkstätten und eine Halle zum Beladen, Entladen und Vorbereiten von Fahrzeugen. Die Werkstätten bedienen alle Fachdienste und sind mit moderner Technik ausgestattet. Der Empfang im 2. Obergeschoss empfängt Gäste in freundlicher Atmosphäre.Die Fachdienste des Geschäftsbereichs Infrastruktur arbeiten nun unter einem Dach. Die räumliche Nähe fördert die Zusammenarbeit und verbessert die Abläufe. Der Standort ausserhalb des Bahnhofs ermöglicht schnelle Interventionen bei Störungen im RhB-Netz und erhöht die Effizienz der Störungsbehebung.

 

 

Neubau Doppelspurausbau Landquart – Malans

 

Im Bahnhof Malans begrenzten enge Kurvenradien die Geschwindigkeit auf 65 km/h – deutlich weniger als die 90 km/h auf der übrigen Strecke. Der Doppelspurausbau hob die Geschwindigkeit auf 100 km/h an und beseitigte diesen Engpass. Die neue Doppelspur erstreckt sich über 2,8 km von Landquart bis zum Bahnhof Malans.Im Rahmen des Ausbaus entstanden zwei Brücken über die Landquart und über die Nationalstrasse A28. Diese Brücken erschliessen auch den neuen Infrastrukturstützpunkt für Schienenfahrzeuge und den Langsamverkehr.Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2020 ist die Doppelspur zwischen Landquart und Malans in Betrieb.

 

 

Ausbau Gleisanlagen Phase A

 

Für die Erweiterung der Werkstatt wurden die Gleise Richtung Chur umgelegt und die Abstellgleise neu angeordnet. Für die Erschliessung der neuen Hallen waren diverse Anpassungen der Gleisanlagen notwendig.Der Umbau der Phase A umfasste verschiedene Etappen. Die erste Etappe mit der M- und J-Gruppe konnte im März 2020 dem Betrieb übergeben werden. Die zweite Etappe, der Bau der C-Gruppe, wurde im Dezember 2020 fertiggestellt, die B-Gruppe bis 2024.

 

 

Ausbau Rollmaterialwerkstatt

 

Die Allegra-Halle wurde ursprünglich für die Instandhaltung von 20 Triebzügen mit max. Länge von 75 Meter gebaut. Zukünftig müssen 20 Allegra-Triebzüge, 62 Capricorn-Triebzüge und 6 Alvra-Gliederzüge gewartet werden. Weil nun gleichzeitig vier Trieb-/Gliederzüge unterhalten werden müssen, musste die Allegra-Halle verlängert werden.Die bestehende Pendel-Halle aus dem Jahre 1972 wurde komplett abgebrochen. Sie wird durch die neue Raetica-Halle ersetzt. Die Raetica-Halle ist mit Stapler befahrbar und enthält die benötigten Werkstattkrane für den Unterhalt. Es gibt auch eine neue Reinigungshalle, die auf die heutigen höheren Bedürfnisse und grösseren Zuglängen angepasst ist.Die Unterflurdrehanlage für die Reprofilierung der Radsätze steht in einem Bereich, der mit den langen Kompositionen der Trieb- und Gliederzüge zu Problemen führt. Je nachdem, welche Räder bearbeitet werden, wird entweder die Schiebebühne oder die Drehscheibe und somit die gesamte Zufahrt in die Lokremise und in die Allegra-Halle blockiert. Die Gliederzüge müssen zudem aufgrund der zu kurzen Länge der bestehenden Anlage getrennt werden, damit diese bearbeitet werden können. Aus diesen Gründen wird eine neue UDA-Halle mit einer Doppel-Unterflurdrehanlage gebaut.Die Kosten für den Ausbau der Werkstattinfrastruktur betragen CHF 123.7 Mio.

 

 

Neubau Zentrallager/Büro

 

Im Rahmen des Gesamtprojekts Landquart konnte Anfang 2025 ein neues Zentrallager mit integriertem Bürokomplex in Betrieb genommen werden. Die RhB verlegte ihr Materiallager, um Flächen an der Schulstrasse für eine mögliche Dritt­nutzung freizugeben, und vereinte gleichzeitig die Bereiche Rollmaterial und Materialwirtschaft unter einem Dach. Ziel war es, Prozesse zu bündeln und die Logistik in Landquart effizienter zu gestalten.Mit dem neuen Standort stärkt die RhB ihre Präsenz in Landquart und schafft eine klare Adressbildung für Besucher, Lieferantinnen und Kunden

 

 

Thermische Werkstätten und Innenraumschaltanlage

 

Die thermische Werkstatt betreut eine breite Palette von Schienen- und Strassenfahrzeugen. Es werden alle Triebfahrzeuge mit thermischem Antrieb sowie alle Aufbauten von Wagen, welche thermisch oder elektrohydraulisch angetrieben werden, unterhalten. Ausserdem werden Elektrofahrzeuge und sporadisch Flurförderfahrzeuge gewartet. Auch diverse Kleingeräte, Schneeschleudern, Aggregate, Anhänger usw. werden hier unterhalten. Das beschlossene Diensttriebfahrzeugkonzept 2020 bringt für die Werkstatt thermische Fahrzeuge grosse Veränderungen mit sich. Viele ältere kurze Fahrzeuge werden in den nächsten Jahren altershalber ausgemustert.

 

Die neu zu beschaffenden Triebfahrzeuge sind grösser und länger als die Alten. Das bedeutet, dass die heute verfügbaren Grubengleise für die zukünftigen Bedürfnisse zu kurz und deshalb nicht mehr nutzbar sind. Zusätzlich ist die Werkstatt thermische Fahrzeuge in den letzten Jahrzehnten personell und infrastrukturell stetig gewachsen. Im vorliegenden Projekt ist vorgesehen, das bestehende Werkstattgebäude zu erweitern und die bestehenden Grubengleise zu verlängern. Dazu sind auch die Gleisanlagen vor dem Werkstattgebäude anzupassen, da im Bereich der Gruben zwingend gerade Gleise (ohne Radius) erforderlich sind. Um Synergien zu nutzen, wird im Untergeschoss des Anbaus eine neue Innenraumschaltanlage realisiert.

 

Diese Anlage ersetzt die bestehende Anlage des Mehrzweckgebäudes, welche altershalber ersetzt werden muss. Dieser Anlageteil wird finanziell über das Projekt Landquart Phase B abgedeckt. Die Kosten der thermischen Werkstätten werden auf 18 Mio. Schweizer Franken veranschlagt. Die Innenraumschaltanlage wird Investitionskosten von ca. 11.3 Mio. Schweizer Franken verursachen. In den nächsten Jahren wird das Projekt bis zur Baureife weiterbearbeitet. Die RhB plant, das Projekt im Jahr 2026 unter laufendem Betrieb zu realisieren.


Meilensteine


Ausführungstermine und Kosten


Präsentation und Spatenstich Teil 1

 


Präsentation und Spatenstich Teil 2

 


Präsentation und Spatenstich Teil 3

 


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