Gmeinder DE 60 C Hybrid - Evolution "made in Mosbach"

Am Ende wurde es ganz eng, so manche Überstunde musste her, um das Projekt "Aus alt mach neu" doch noch rechtzeitig zum Abschluss zu bringen. Und so rollte ein mehr als 130 Tonnen starker Schwertransport von Mosbach Richtung Berlin, wo "Gmeinder Lokomotiven" auf der Fachmesse "Innotrans" eine besondere Lokomotive mit besonderer Geschichte präsentieren konnte.

Gemeinder DE 60 C Hybrid an der InnoTrans in Berlin                                                                                       Foto: Marcel Manhart

 

 

> Bericht aus der RNZ vom 17.09.2016 <

 

Hinter der schlichten Bezeichnung DE60C steckt eine innovative Entwicklung "made in Mosbach" - und das gleich im doppelten Sinn. Aus einer rund 26 Jahre alten Rangierlok (DE 500C) mit diesel-elektrischem Antrieb hat man eine moderne, an heutige Anforderungen angepasste Hybridlokomotive gebaut. "Die alte Lok wurde komplett zerlegt, bis auf die letzte Schraube", schildert René Treiber, Vertriebsleiter bei der Gmeinder Lokomotiven GmbH, "und mit neuen Komponenten wieder aufgebaut". Neu ist vor allem der Motor bzw. dessen Konzeption. Zusätzlich zum Generator gibt es nun noch eine Akkueinheit: "Dank dieser Technik lassen sich im Akkubetrieb etwa Hallenbereiche abgasfrei befahren", schildert Treiber einen wesentlichen Pluspunkt des Antriebssystems.

 

Apropos Antrieb: Als Hauptantrieb für die "Neuentwicklung" nennt Treiber zunehmend bedeutender werdende Umweltaspekte, ein Rangierbetrieb mit der DE60C sei bedeutend sparsamer zu bewerkstelligen als mit bis dato gängigen Modellen. Rund 30 Prozent Kraftstoff ließen sich so einsparen, heißt es von Gmeinder. Für die neue Sparsamkeit mussten die Entwickler vorab natürlich erst mal investieren: Auf rund 1,2 Mio. Euro beziffert Treiber die Kosten für den Neuaufbau.

 

Die Spenderlok, die dafür verwendet wurde, ist übrigens nicht irgendeine Lokomotive. Sie wurde Anfang der 1990er-Jahre von Gmeinder selbst gebaut und nun - mit 17 weitere Fahrzeugen - vom Ludwigshafener Chemie-Riesen BASF zurückgekauft.

 

Das System "aus alt mach neu" sieht man bei den Lokomotiven-Spezialisten als zukunftssicheren Markt. Denn eine komplett überholte Lok lasse sich rund 40 Prozent günstiger als ein neues Fahrzeug anbieten. Und bei einer Lebensdauer von 50 Jahren und mehr scheint eine neu aufgebaute und modernisierte Hybridlok ja gerade erst eingefahren.

 

Von den Vorzügen der Innovation aus Mosbach will man von 20. bis 23. September nun das Fachpublikum auf der Innotrans überzeugen. Die Gmeinder Lokomotiven GmbH wird in der Hauptstadt zusammen mit der Zagro Group (Mutterunternehmen) 18 Fahrzeuge rund um die Schiene präsentieren.

 

Den Weg nach Berlin legte die neue Hybridlok allerdings auf der Straße zurück: Auf einem zwölfachsigen Kübler-Tieflader (Gesamtlänge 36 Meter) rollte die 66 Tonnen schwere Lok gen Messe.

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