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Elektrifizierung Allgäu – nach zweieinhalb Jahren Bauzeit folgen nun drei Monate Testbetrieb

Nach zweieinhalb Jahren Bauzeit ist die Deutsche Bahn mit den Arbeiten zur Elektrifizierung der Strecke München - Lindau (ABS 48) nun weitgehend am Ziel angekommen. Im Sommer fanden die letzten Tätigkeiten an Gleisen und Oberleitungsanlagen statt. Alle grösseren Bauwerke, wie Brücken und Stellwerke konnten bereits früher vollendet werden. Seit Ende August 2020 stehen auch alle Streckenabschnitte unter Strom.

Im Dezember 2020 startet mit dem ETR 610 der elektrische Zugbetrieb in die Schweiz                        Foto: Marcel Manhart

 

 

 

 

"Nun folgt die Phase der Inbetriebsetzung. Dabei testen wir alle Anlagen millimetergenau. Die drei Monate bis zum Beginn des elektrischen Zugverkehrs sind genau durchgeplant," so Projektleiter Matthias Neumaier.  Ende September 2020 führt die DB Tests an der Bahsntromversorgung durch. Dabei kommt erstmals ein elektrischer Zug auf die Strecke.

 

Ab Anfang Oktober 2020 folgen Messfahrten für den Neigetechnikbetrieb und für die Oberleitung. Die Fahrten werden mit dem zukünftig eingesetzten Schweizer EuroCity-Zug ETR 610 (SBB "Astoro" RABe 503) durchgeführt. Da die Messfahrten mit bis zu 176 km/h auch im Hochgeschwindigkeitsbereich stattfinden werden, ist es notwendig, die Bahnübergänge im jeweiligen Messabschnitt zeitweise zusätzlich mit Bahnübergangsposten zu sichern. Die Schranken können dann zwischen 10 und bis zu 25 Minuten geschlossen sein. Die einzelnen Streckenabschnitte werden mit 5 bis 6 Versuchsfahrten befahren. Die Bahn bittet die Straßenverkehrsteilnehmer um Verständnis.

 

Für die im Neigetechnikbetrieb gefahrenen höheren Geschwindigkeiten wird noch ein zusätzliches Sicherungssystem zur Geschwindigkeitsüberwachung installiert und bis Mitte November 2020 in Betrieb gesetzt. Anschliessend können dann Fahrten zur Lokführerschulung stattfinden.

 

Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2020 wird das Fahrplanangebot auf der Strecke Zürich - St. Gallen - Lindau - München - mit neu sechs Zügen pro Richtung täglich - deutlich ausgebaut. Dies bedeutet eine Verdoppelung der Direktverbindungen und Sitzplätze zwischen diesen beiden Städten. Dank der neuen Züge mit Neigetechnik verkürzt sich die Fahrzeit der EC-Verbindung Zürich - München von heute ca. 4 Stunden 45 Minuten auf rund 4 Stunden.

 

In das Projekt Elektrifizierung Allgäu, das die 155 Kilometer lange Verbindung von Geltendorf bei München bis Lindau umfasst, sind 500 Millionen Euro investiert worden. Für den Lärmschutz entlang der Strecke wurden dabei rund 100 Millionen aufgewendet. Mit einem speziellen Schallmesswagen werden Anfang Oktober 2020 auch diese Emissionen gemessen. In den kommenden Wochen finden noch kleinere Schallschutz-Restarbeiten statt. So werden z. B. in Westerheim die Wandelemente in die bereits vorbereitete Schallschutzkonstruktion eingesetzt und in Buxheim noch eine kleine Lücke geschlossen. Ansonsten finden Bauarbeiten und Schallschutzarbeiten im Zuge der ABS 48 nur noch im Stadtgebiet von Lindau statt.

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